Eine lustige Media Markt-Episode: der mögliche Kauf einer Sony A7r II

In der vergangenen Woche habe ich ja noch auf mein Poster gewartet (12 MP, Großformat) und war noch immer im gedanklichen Hin und Her gefangen, ob ich mir nicht doch eine Sony A7r II kaufen soll, damit der Kopf endlich Ruhe gibt.

Da ich in meinem Schlafzimmer/Büro neue Möbel aufstellen wollte, stand mir ein Besuch in der blau-gelben Hölle bevor: IKEA.
Dieser befindet sich – günstig für mich gelegen – in Mannheim-Sandhofen (oder auf Monnemerisch: Sondhoffe 😀 ); gleich nebenan liegt ein Media Markt, den ich also kurzfristig besuchte, nachdem der Möbelslalom abgeschlossen war. Ich war ziemlich überrascht, dort in einer Vitrine alle Mark II-Modelle der A7-Serie zu erblicken. Normalerweise haben die Läden der Metro-Gruppe diese nicht im Angebot. Als besonders gut ausgestattet gilt eigentlich der Saturn in der Mannheimer Innenstadt; aber idR bekommt man in diesen Geschäften nur Einheitsware.

Vorausschickend noch dieses:
bereits per eMail hatte ich einige Tage zuvor im noch günstiger gelegenen Media Markt in Viernheim angefragt, ob eine A7r II denn beschaffbar sei – ist sie. Für 3.499 Euro.

Ich stehe also vor der Vitrine und reibe mir die Augen. Die haben auch die A6300. Sogleich kommt ein Verkäufer (sehr aufmerksam und höflich) und fragt, ob er sich meiner annehmen soll. Ich bin noch mit geifern beschäftigt, frage aber, ob ich die A7r II mal befummeln darf – klar geht das. Er macht ein FE 55mm f/1.8 drauf und reicht mir das gute Stück.
Die Kamera ist überraschend schwer, fühlt sich aber sehr gut an. Ich persönlich empfinde jedoch den alten Griff und alten Auslöseknopf der ersten Generation irgendwie komfortabler – so unterschiedlich sind die Geschmäcker.
Sie ist wirklich ein edles Stück Technik und ich hätte sie am liebsten footballmäßig mit Bodycheck aus dem Laden getragen.
Die drei Mark II standen in der Vitrine übrigens genau nebeneinander, sodaß ich gut feststellen konnte, daß die Gehäuse absolut identisch sind.

Das 55er fokussiert schnell und fühlt sich ebenfalls schön an – ist aber überraschend leicht. Zu Beginn war noch der Serienmodus eingestellt – ich drücke auf den Auslöser und die Kamera schießt mal eben zwei, drei Bilder… und dann ist warten angesagt. Das war schon krass. Die Kamera war erst nach gefühlten 20 bis 30 Sekunden wieder einsatzbereit.

Ich frage, ob die Kamera auf Lager ist. Nein, ist sie nicht. Man muß sie bestellen (wozu steht sie dann in der Vitrine??!!). Der Abteilungsleiter ist so nett und ruft (laut eigenem Bekunden) bei Sony an und erhält 10 bis 15 Minuten einen Rückruf. Die Lieferzeit betrage 14 Tage.

Hä?!

Ja, denn die Kamera sei zwar gut, aber Sony könne froh sein, wenn sie bundesweit überhaupt 10 Stück pro Monat verkaufen, deshalb sei die Kamera nirgends auf Lager und sei nur schwer zu bekommen. Auch er bekomme sie nur ob seiner guten Beziehungen und betont, daß Media Märkte diese eigentlich gar nicht verkaufen dürfen.

Ja, nee, is klar, ne?

Ich solle doch das Vorführmodell mitnehmen, das können sie mir gleich einpacken.

Sorry, Leute, aber ich will, wenn überhaupt, ein ordentlich verpacktes, neues Gerät.

Das sei doch egal, die Kamera hat nur ganz wenige Auslösungen. Echt. (Und kostet 3.549 Euro).

Ja… damit war das dann erledigt.
Zurück im heimischen Weinheim habe ich nochmal schnell eine eMail an den Media Markt in Viernheim geschrieben, der die Kamera (s.o.) ebenfalls beschaffen kann (für 50 Euro weniger) und zwar in 5 bis 7 Tagen. Sie haben diese nicht auf Lager, aber können sie immerhin in der Hälfte der Zeit bekommen.

Soviel dazu. 😀

Davon abgesehen habe ich den Eindruck, daß die Kamera in der Tat relativ schwer zu bekommen ist – relativ. Besier Oheling kann sie ebenfalls binnen weniger Tage beschaffen, bei Foto-Erhardt war sie „body only“ nicht am Lager, bei Fotokoch muß man auch warten; nur Calumet hatte den Body direkt lieferbar. Aber diesen Käse mit den 10 Stk. pro Monat kaufe ich denen nicht ab.
Ulkigerweise konnte der Mannheimer Saturn die Kamera nichtmal beschaffen…

Sei es drum, hab mich ja eh anders entschieden 😀

Nachtrag zu hochauflösenden Sensoren und Druckgrößen

Beim Durchlesen meines letzten Artikels zu diesem Thema (was bringen 36, 42 und 50 Megapixel) ist mir aufgefallen, daß eine kleine Quintessenz fehlt. Zur Vereinfachung und Verdeutlichung möchte ich hier also noch einmal festhalten…

Was beeinflußt die Druckqualität nachhaltig:
– Qualität des Objektivs
– Auslösung des Objektivs
– Qualität des Sensors
– Auflösung des Sensors
– Druckausgabe
– Betrachungsabstand
– uvm

Es gibt Objektive, die absolut überragend auflösen, wie bspw. das Zeiss Otus. Das 55er Otus ist wahrscheinlich das schärfste, am Markt erhältliche Objektiv und löst an einer Nikon D810 (36 Megapixel-Sensor) mit satten 35 Megapixeln auf.

Sony hat jüngst eine neue Produktlinie präsentiert (G Master-Serie), die eigens auf die neuen (auch noch kommenden) hochauflösenden Kamersensoren zugeschnitten ist. Denn: gute Objektive, auch sehr gute – aber vielleicht ältere – können oft die Auflösung eines neuen Sensors gar nicht mitgehen. Ein Otus wird wahrscheinlich auch an einer Canon 5Dsr noch einmal deutlicher auflösen, aber eben nicht mehr über 40 Megapixel (sowie ich mich erinnere).

Auch hängt die Schärfe nicht nur vom Objektiv oder dem Sensor ab… mehr Auflösung wirkt erst einmal schärfer, ja. Aber auch geniale Linsen sorgen für ein scharfes und detailreiches Bild.

Ich empfehle hierzu ein sehr gutes Video von Tony Northrup, das aber leider nur auf Englisch verfügbar ist und bei welchem bei den Druckgrößen auch nur auf Inch und nicht auf Zentimeter eingegangen wird:

Ergänzend zu diesem Video vll hier einmal kurz eine Inch-cm-Umrechnung anhand eine 80×60-Drucks:
80×60 cm entsprechen 31,5 x 23,62 inch
Das wäre wohl laut Video die „native“ Größe für einen Druck bei 300 dpi aus einer 50 Megapixel-Datei.

Man sagt, mehr als 300 oder 400 dpi kann ein menschliches Auge gar nicht sehen (der eine mehr, der andere weniger); dpi = dots per inch (Punkte pro Inch).

Die Auflösung einer A7s (12 MP) bringt demgemäß rechnerisch bei 300 dpi ein 14“-Bild (Kantenlänge), das sind 35,56 cm, also etwas größer als A4 an der langen Seite. Die 80×60 sind ungefähr A1. Dabei gilt es auch zu bedenken, daß es verschiedene Formate wie 4:3 und 3:2 usw. gibt, wie bei der Glotze früher (4:3 und 16:9).
Wer es hier etwas genauer wissen will, dem empfehle ich die Seite myposter.de – dort kann man alle gängigen Formate drucken lassen und vorher einsehen/auswählen. Ich selbst lasse dort meine Photos für zuhause (inkl. Rahmen!) drucken – kann ich bis jetzt sehr empfehlen.

Bildschirmfoto 2016-02-05 um 13.47.19

Übrigens habe ich mal irgendwo gelesen, daß die 300dpi-Geschichte aus grauer Druckvorzeit stammt und heute kaum noch relevant ist… dazu kenne ich mich aber zu wenig aus, als daß ich das irgendwie kommentieren, bestätigen oder widerlegen könnte…

Gerade bin ich an meinem Arbeitsplatz noch einmal im Büro umhergeschlendert. Dort hängen einige meiner Photos in A1 an der Wand. Die einen sind mit einer Canon 400D (10 Megapixel APS-C) aufgenommen, der Rest mit einer Sony A99 (24 Megapixel Vollformat).
Bei denen mit der Canon habe ich nur die Kitlinse und ein billiges Tamron-Zoom zur Verfügung gehabt – die anderen an der Sony wurden u.a. mit dem Tamron SP 24-70mm f/2.8 Di, dem Minolta AF 100mm f/2.8 Macro, dem Minolta AF 70-210mm f/4 aufgenommen. Die Qualität der letztgenannten Sony + Objektive ist nebst Sensor um Welten besser als die Kombination der alten Canon + Schrottlinsen. Manche Aufnahmen mit der Canon sind dennoch sehr scharf und sehr detailreich. Im direkten Vergleich mit den Aufnahmen, die mit der Sony antsanden sind, sehen sie aber (nicht alle!!) eher kläglich aus. Es hängt eben auch viel mit damit zusammen, mit welchen Einstellungen die Aufnahmen entstanden sind und wie die Nachbearbeitung erfolgte.

Was nun kann man von z.B. einer Sony A7r II erwarten?
Nun, zunächst einmal entwickeln sich natürlich auch Sensoren immer weiter – und das Ende der Pixeldichte auf einem Kleinbildsensor ist hier sicherlich noch lange nicht erreicht. Hätte man vor 10 Jahren 42 Mepgapixel auf solch einen Sensor gepackt, hätte man wahrscheinlich noch mit ISO100 brauchbare Aufnahmen bekommen, ab ISO400 aber evtl. schon Rauschen ohne Ende gehabt.
Mehr Megapixel bedeuten erst einmal größere Dateien und – ja auch das bisweilen – mehr Details.
Aber: wenn ich mit einer Sony A7s entsprechende Aufnahmen mache, dann kann ich diese vielleicht nicht x-beliebig skalieren oder interpolieren – diese Aufnahmen können aber (das richtige Objektiv etc vorausgesetzt) durchaus genauso scharf und detailreich sein, wie höher auflösende Aufnahmen. Die Qualität von Sensor, Pixeln und dem Objektiv spielen hier eine enorm wichtige Rolle.
Die 24MP-Bilder bei mir im Büro sehen – so empfinde ich das (immer subjektiv, sowas) – extrem detailreich aus. Eine Teleaufnahme der Heidelberger Altstadt vom Schloß aus mit dem Ofenrohr ist dermaßen gut geworden, daß man auf dem Markplatz fast meint, Gesichter erkennen zu können. Das Ding hängt in A1 hier und man steht mit der Nase direkt davor – also nur wenige cm als Bestrachtungsabstand – und die Bilder sind alles andere als pixelig. Entwickelt wurden diese auch einer hochauflösenden TIFF von einer Druckerei.

Heiliggeistkirche Heidelberg

Ich habe ja groß getönt (in einem anderen Blogbeitrag), daß ich mir nie eine A7r II kaufen werde und mir die A7s locker reicht… nun ja, dumm gschwätzt is schnell… so eine formidable Kamera geht an einem technikbegeisterten Photographie-Nerd wie mir nicht spurlos vorbei. Und natürlich denke ich nach wie vor darüber nach, mir dieses edle Teil zu gönnen, wenn es denn irgendwann mal irgendwie möglich sein sollte. Dies auch, weil sie eben deutliche Ressourcen liefert beim großformatigen Druck. Das tun solche Kameras, wie die D810, die A7r II und die 5Dsr absolut. Da helfen auch die eigenen Beteuerungen nichts. Ja, 12 Megapixel reichen für sehr viel. Das defintiv. Aber wenn man z.B. auch in einem eigenen Shop Bilder zum Kauf/Druck anbietet, sollten auch da Reserven vorhanden sein.

Und wieder ein Aber:
Je nachdem, wie solche Phots beschaffen sind, kann man diese auch locker mit weniger DPI oder PPI sehr groß drucken. Sie sehen auch aus der Nähe immer noch detailreich aus – es macht außerdem niemand ein Vergleichsphoto mit einer „besseren“ Kamera und hängt es daneben. Und am Ende ist die Bildwirkung entscheidender, als die Auflösung – die mit zunehmendem Betrachtungsabstand immer irrelevanter wird. Ein 6 MP-Billboard wirkt aus 20 Metern Entfernung eben auch scharf und detailreich.

Auch muß man sich darüber im Klaren sein, daß sich solche hochauflösenden Sensoren etwas schwieriger handhaben lassen. Das Risiko einer Verwacklung ist größer, als bei „Fat Pixeln“, bauartbedingt, aus technischen, physikalischen Gründen. Dabei hilft eine 5-Achsen-Bildstabiliserung natürlich auch (oder eben ein Bildstabi im Objektiv).

Noch ein großes Aber:
Wer wirklich nicht/nie oder extrem selten tatsächlich Drucke über A3 oder A2 machen will… der braucht in der tat solch eine hochauflösende Kamera nicht. Definitiv nicht. Wer sie trotzdem haben will, dem sei sie gegönnt! Jedem das seine, solange man Spaß daran hat!
A2 habe ich mit meiner A7s auch schon gedruckt – und kann nicht sagen, daß das schlecht aussieht. Im Gegenteil.
Aber Ihr wißt sicher wie das ist… man ist empfänglich für die Werbeaussagen der Hersteller… und man will immer das beste, schönste etc haben – vll nicht immer, aber oft. Nicht jedem geht das so – ich spreche aus meiner eigenen Erfahrung – ja ich bin schwach… was das angeht.
Es sollte aber auch klar sein, daß solch ein Gerät ggf enorme Folgekosten mit sich bringt: schnelle, große Speicherkarten, große, schnelle Festplatte, ggf ein neuer Rechner, weil Lightroom & Co ewig brauchen, die Bilder zu bearbeiten usw usw usw.
Die Bildbearbeitung mit einer A7s und einem Macbook Late 2008 mit 8 GB RAM ist deutlich entspannter als mit einer 40 MB-Datei einer A7r II. Wer will, kann das gerne mal testen, denn bei dpreview.com gibt es RAWs und JPEGs von allen möglichen Kameras zum Download – man kann hier auch die Bildqualität gut vergleichen.

Auch hier zeigen sich dann Unterschiede. Eine A7s rauscht auch. Und wie! Ich habe hier Wunderdinge erwartet und wurde enttäuscht. Erst später habe ich eingesehen, daß bestimmte Dinge halt nicht gehen und die Physik ihre Grenzen hat. Sie rauscht weniger, bei geringerer Auflösung, größeren Pixeln – sie behält bei höheren ISOs mehr Details und mehr Farbtreue etc – aber rauschen tut das Bild auch, und zwar auch schon ab ISO 6400 und darunter. Wie stark das einem vorkommt, hängt vom persönlichen Toleranzlevel ab. War eine Lernkurve für mich – dennoch liebe ich diese Kamera, schon alleine vom Handling her – ja, ich gehöre zu denen, die den kleinen Griff mögen und das glatte Äußere – aber ich schweife ab.

Beim Druck kommt es wiederum darauf an, wie man das Rauschen wahrnimmt – hier gibt es Grenzen, ab wann man es deutlich sieht und wann nicht. Eine hochauflösende Kamera kann ggf durch die enorme Pixeldichte wiederum etwas kaschieren, was eine kleine 12 MP-Datei beim interpolieren vielleicht nicht mehr kann.

Ihr seht, alles hängt irgendwie zusammen und es gibt keine einzig wahre Empfehlung. Nicht immer ist „viel hilft viel“ das richtige, nicht immer ist „weniger ist mehr“ die korrekte Erwiderung, nicht immer ist „gut auch gut genug“.
Für die meisten wird eine A7s/II mit einem sehr guten Objektiv ausreichen – oder eine Fuji X-T1 oder eine Nikon Df usw…
Viele möchten kostenbewußt Reserven haben – da kommen die 24 MP-Kameras ins Spiel mit guten Sensoren und guten Objektiven. Wer wirklich groß drucken will und vor allem croppen muß (aus welchen Gründen auch immer), der braucht dann ggf tatsächlich eine hochauflösende Kamera ab 36 Megapixeln.

Was man braucht und was man will… das sind allerdings oft Dinge, die man nur mit sich selbst ausmachen kann 😉

Warum ich meine A99 verkauft habe… und warum ich keine A7r II haben will

Erst vor ca. 1,5 Jahren habe ich mir die Sony Alpha A99V gekauft – für viel Geld. Dazu gab es ein Tamron SP 24-70mm Di USD und im Laufe des Jahres so einige alte Minolta-Linsen, von denen mittlerweile auch wieder einige verkauft wurden (50mm 1.4, 17-35mm 2.8-4).

Warum?

Nun, zum einen hatte ich ja im April dieses Jahres eine A7s erstanden. Ich muß gestehen, daß ich zwischendrin an meiner Entscheidung zweifelte, als die A7r II das Licht der Welt erblickte, denn auch ich bin nicht frei von Fehl und den (lügenbehafteten?) Werbeaussagen der Hersteller, sowie dem Internethype durchaus zugänglich und dafür empfänglich. Die Zweifel ließen mich dann tage- und wochenlang (wieder) Tests und Erfahrungsberichte über die A7s lesen… bis mir irgendwann ein Licht aufging: mach doch Deine eigenen Erfahrungen, Du Depp.

Ich schleppte also meistens zwei Kameras mit mir herum, denn das war es, was ich immer wollte: zwei Kameras und keine lästigen, zu häufigen Objektivwechsel mehr. Die A7s ist klein und handlich, hat aber (O GOTT) nur 12 Megapixel; die A99V ist groß und schwer und hat 24 Megapixel. A99V + Minolta AF 80-200 APO G HS bringen zusammen über 2 kg auf die Waage und ich kann Euch sagen: das nervt!! Wer hätte das gedacht… vor 1,5 Jahren wollte ich unbedingt „was in der Hand haben“, denn wer keine Kamera von den Ausmaßen eines Kleinwagens hat, der kann doch keine vernünftigen Photos schießen…

Nach Monaten des Hin- und Hergerissenseins (ich wollte schon ALLES, was ich habe an Equipment habe verkaufen, wegen der A7r II) wurde mir einiges klar:
a) das geringe Gewicht der A7s ist mir EXTREM wichtig.
b) 12 Megapixel reichen FÜR ALLES, was ich mache LOCKER aus

Verkauft habe ich die A99 dann, weil ich (endlich) ein Zeiss-Objektiv haben wollte und ich wollte mein Minolta 17-35mm mit dem Sony/Zeiss 16-35mm ersetzen – einmal wegen der Bildqualität und dann auch, weil ich endlich eine native E-Mount-Linse haben wollte und mir das Adapter-Gewechsel auf die Nerven ging – und ja: der LA-EA4 ist groß und unhandlich und häßlich nervt mich eigentlich nur nicht, solange er an einer Mammut-Linse klebt wie eben dem „Weißen Riesen“.

Mittlerweile wechsle ich also wieder mehr Objektive und möchte wieder eine zweite Kamera – die kann man sich aber – logischerweise – nicht einfach so kaufen, geschweigedenn aus den Rippen schneiden; manche vll schon, ich nicht.

Was also möchte ich als nächstes haben?
Etwa doch die A7r II?
Nein, auf keine Fall!! Aber warum nicht? (Notiz: klar: geschenkt schon, sie ist absolut eine der besten Kameras auf dem Markt…)
a) Ich croppe nicht – jedenfalls versuche ich es.
b) ich will nicht alle zwei Monate eine neue Festplatte kaufen, weil mir der Speicher ausgeht
c) ich sehe es nicht ein, so viel Geld für eine Kamera zu zahlen

Wegen Punkt c) fällt dann auch die A7s II aus – ein wirklich feines Gerät.
Ich arbeite jetzt schon eine ganze Weile mit der A7s und bin zu dem Schluß gelangt, daß ich mir für mich eine zweite A7s wünsche. Neulich habe ich 2 meiner Photos auf A2 drucken lassen und ich bin von den Ergebnissen absolut begeistert. Ich bezweifle stark, daß ich langfristig größere Drucke brauchen werde – und selbst dann bin ich mir (relativ) sicher, daß die 12 MP auch für A1 noch ausreichen.

Ich habe festgestellt, daß ich – zumindest bilde ich mir das ein – von Jahr zu Jahr besser werde und auch beim Bildaufbau weniger Fehler mache, als früher – wenn ich croppe, dann meistens, um ein Bild in einem anderen Format darstellen zu können, also bspw. 1:1, 16:9 oder auch 4:3 (hochkant). Mir geht es dabei eigentlich nie darum, bestimmte Bildausschnitte herauszuschneiden, weil ich nur diese brauche… Und die 12 Megapixel-RAWs sind extrem ressourcen-schonend, was Speicherplatz und Datentransfer-Rate anbelangt.

Das neue Zeiss 16-35mm f/4 ist übrigens ein tolles Objektiv, auch wenn ich in dieser Preisklasse definitiv ein oder zwei Dinge vermisse:
a) einen manuellen Fokus-Umschalter von manuell auf Autofokus
b) einen manuellen Umschalter für den Steady-Shot
c) einen manuellen Blendenring
d) einen echten AF-Ring und nicht dieses Fly-by-Wire oder wie das heißt.
Immerhin kostet das Ding (bei nur f/4) noch 1.200 Euro – da darf man eigentlich wirklich etwas mehr erwarten. Aber insgesamt ist das ein tolles Objektiv, wenn auch optisch nicht ganz frei von Fehlern, wie bspw. chromatische Aberrationen und krasse Lens-Flares (je nach Aufnahmesituation).

Jedenfalls: überlegt Euch mal – die meisten von uns drucken mal ein Buch oder ein kleineres Poster. Die meisten Bilder wandern als JPEG ins Netz und dort ist die Auflösung scheißgeal. Was will ein normaler Amateur mit einer A7r II??!! Eine RAW dieser Kamera verschlingt über 80 MB – bei nur 10 Aufnahmen sind das schon 800 MB. Und auch die SD-Karten müssen immer schneller und besser und größer sein.
Mit meiner A7s komme ich mit einer 32 MB-Karte sehr lange aus.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: wer eine A7r II will und sie sich leisten kann: nur zu und viel Spaß damit. Jedem das seine.

Und das Gewicht einer DSLR/SLT will ich – ehrlich gesagt – nie wieder mit mir rumtragen. Ich finde auch den Handgriff der „normalen“ A7s sehr gut und ich kann die Kamera extrem gut bedienen. Auch der Auslöseknopf liegt (für mich) perfekt.
5-Achsen-Bildstabilisierung und dergleichen wären eine feine Sache – die paar Gimmicks ändern aber nichts an der Art, wie ich photographiere und ich sehe nicht ein, fast den doppelten Preis für ein oder zwei Features mehr zu zahlen. Ja, der Fokus bei A7r II und A7s II ist besser – so what? Ich bin kein Sportphotograph. Und wenn ich das doch mal machen will, kaufe ich mir eine alte A6000. Ja, die A7s soll Low Light noch besser können – und die A7s III, die, wenn Sony so weiter macht, 2016/2017 kommt, wird das noch besser können… so what?

Also wird meine nächste Zweitkamera – so das nötige Kleingeld denn irgendwann ggf. verfügbar sein sollte – wahrscheinlich wieder eine A7s werden. Dieses kleine, charmante Werkzeug ist mir inzwischen doch ans Herz gewachsen, auch wenn ein zweiter Card-Slot vll noch fehlt…
Übrigens komme ich mit der Akku-Laufzeit bestens aus – ich habe einen Akku auf meinen Touren (glaube ich) noch nie leer gemacht – aber der zweite Akku ist eh Pflicht, egal ob DSLM oder DSLR…

In diesem Sinne: schönen Sonntag noch und immer gutes Licht 🙂