Welche Brennweite hat eig. das iPhone?

Guten Abend zu einem kleinen Quick-Tipp 🙂

Der eine oder die andere nat sich vielleicht schon einmal die Frage gestellt, welche Brennweite eigentlich das iPhone hat. Nun, die Frage möchte ich heute beantworten. Ich selbst nenne ein iPhone 5 mein eigen, und dieses hat nat. eine Festbrennweite installiert. Der Sensor hat meines Wissens die Größe von ⅓ “. Umgerechnet auf das Vollformat (Kleinbild) ergibt das eine Brennweite von 33mm.

Die neueren iPhones 5s, 5c, 6 und 6s haben, wenn ich richtig gelesen habe, leicht größere Sensoren, dürften aber auch irgendwo zwischen 30 und 35mm landen.

Wie das bei Android-Phones aussieht, kann ich leider nicht beantworten. Ich habe aber schon welche in der Hand gehabt (zB von Huawei), da war das Bild deutlich enger; vermutlich um die 50mm.

Wer sich auch schon darüber geärgert hat, daß man den Bildern in der Bibliothek („Fotos“ unter iOS) keinerlei Infos über Blende, Belichtungszeit oder Aufnahmedatum entlocken kann, dem empfehle ich an dieser Stelle die App „ViewExif“ aus dem AppStore. Die App kostet 99 Cent, ist dafür aber hübscher und funktioneller als kostenlose Varianten. Es gibt auch teuere, die man aber eher nicht braucht.

50 Megapixel: wozu ist das gut?

„Viel hilft viel.“
„Je mehr, desto besser.“
„Die Kamera A hat mehr Megapixel, als Kamera B, also muß sie besser sein.“

Richtig?
Keineswegs.

Zunächst einmal zur Fragestellung: wozu sind viele Megapixel gut?
Nun, zunächst einmal ist die Ausgabedatei höher aufglöst. Sie muß deswegen nicht besser aufgelöst sein, sie einfach nur größer und damit rein nominell z. B. für größere Drucke geeignet.
Dabei spielt die Sensorgröße überhaupt keine Rolle.

Als Beispiel:
Eine Sony A99V (Vollformat) hat einen 24 MP-Sensor.
Eine Sony A77 II (APS-C) hat ebenfalls einen 24 MP-Sensor.
Der Sensor der A99V ist mehr als doppelt so groß wie der, der A77 II, hat aber genau so viele MP. Die Maße eines Bildes haben also 6000×4000 Pixel. Bei beiden Kameras.

Entscheidend sind für die Bildqualität:
– Pixeldichte
– Sensorgröße

Daraus resultierend:
– Schärfe
– Kontrastumfang
– Dynamikumfang
– Rauschverhalten

Je mehr Pixel ich auf dieselbe Fläche quetschen möchte, desto problematischer wird das Bildrauschen und die anderen Eigenschaften, die es u. a. durch den Bildprozessor zu kontrollieren gilt.

Ein 50 Megapixel großes Bild hat vor allem für Photographen Vorteile, die z. B. im Fashion-/Modebereich arbeiten. Dort muß man oft erst das Modell im ganzen ablichten, dann noch einmal Details von irgendeiner Kette oder die Schuhe etc.
Je größer die Bilddatei ist, desto eher lassen sich aus einer einzelnen Aufnahme Detailausschnitte fertigen, die dann noch immer hoch genug auflösen, um sie bspw. in Katalogen abdrucken zu können. Bei kleinen Bilddateien, wären solche „Crops“ schnell pixelig und nicht mehr schön anzuschauen.

Daher ist die Modephotographie lange Zeit eine Paradedisziplin der Mittelformatkameras gewesen, deren Sensoren noch einmal doppelt so groß sind wie das Vollformat (Kleinbild). Mittelformatkameras haben idR einen höheren Dynamik- und Kontrastumfang. Es gibt hier bereits Modelle mit 80 Megapixeln für sündhafte Preise jenseits der 20.000 Euro.

Eine 50 Megapixelkamera im Vollformat für knapp 4.000 Euro ist da ein echtes „Schnäppchen“. Selbst eine Pentax 645Z mit 51 MP (Mittelformat) kostet noch 8.000 Euro.

Der Ottonormalphotograph braucht derlei Auflösung in den seltensten Fällen. Die meisten machen Ihre Aufnahmen mittlerweile für das Internet, um diese dann auf den TV zu streamen. Dafür reichen sogar 72 dpi und 10 Megapixel locker aus.
Selbst für den Druck auf Normalabzügen (zB 10×15) reichen 3 Megapixel und ISO 3200.
Mehr Megapixel = bessere Kamera ist eine Werbeaussage und völliger Bullshit.
Aber: ich habe schon A0-Ausdrucke machen lassen von Bilder, die ich mit einer Canon Powershot SX50 HS gemacht habe. Klar waren die etwas pixelig, aber von weiter weg hat das keine Sau gesehen, und die Kamera nimmt gerade einmal 12 Megapixel schwere Bilder auf mit einem mickrigen 1″-Sensor.

Wer natürlich bestimmte Dinge will und das nötige Kleingeld hat, dem bieten sich mit Vollformat und hoher Auflösung entsprechende Vorteile. Hohe Megapixelzahlen sind aber auch wieder anders zu handhaben und man braucht mehr Verständnis von der Materie. Denn alles, was größer und mehr ist, wirkt sich in verschiedenen Bereichen aus, fast so wie auch längere Brennweiten nach kürzeren Belichtungszeiten und/oder Stativen verlangen.

Für größerformatige Drucke reicht meine A99V dicke. Wenn ich aus einer 24 MP-Datei eine 300 dpi JPEG rauslasse, dann kann ich mir locker A1-Poster drucken, ohne daß man da irgendwelche Fehler findet.

Klar ist: je größer das Poster sein soll, desto besser muß es aufgelöst sein.
Einen sehr nützlichen Artikel dazu gibt es bei myposter.de

Generell muß man aber wirklich aufpassen, was man mit seiner Kamera machen will.
Will man vor allem Low Light und geringes Rauschverhalten, dann muß man zu Kameras wie der Sony A7s greifen. Diese hat wenig Megapixel, dafür aber eine überragende Bildqualität, vor allem bei widrigen Lichtverhältnissen.
Will man besonders viele Details, dann greift man zu Megapixelmonstern wie der Canon 5Ds R (eine 5Ds ist schwachsinnig in meinen Augen), einer Sony A7r oder einer Nikon D810. Canon hat 50, die anderen beiden 36 Megapixel, wobei Sony und Nikon wohl im März/April ebenfalls 50 MP-Modelle vorstellen werden.
Die großen Dinger können eher keinen Sport und sind für’s Studio, Landschaften und Architektur gedacht, wenn auch und vor allem mit Stativ gearbeitet wird.
Will man Allrounder, dann greift man zu 20-24 MP-Modellen. Diese bieten oft schnelle Bildwiederholraten für Sport und sind auch sonst ein goldener Mittelweg.

Shop-Links:
High-Megapixel-Modelle:
Sony Alpha 7R Systemkamera (36,4 Megapixel, 7,6 cm (3 Zoll) schwenkbares Display, BIONZ X, 2,3 Megapixel OLED Sucher, 35mm Vollformat Exmor CMOS Sensor, NFC) schwarz

Nikon D810 FX-format Digital SLR Camera Body

Allrounder:
Sony Alpha 7 II Digitalkamera (24,3 Megapixel, 7,62 cm (3 Zoll) LC-Display, Full HD Videofunktion (XAVC S, AVCHD), Vollformat Exmor CMOS Sensor) schwarz

Sony ILCA Alpha 77 II SLR-Digitalkamera (24,3 Megapixel EXMOR APS-C CMOS-Sensor, 7,6 cm (3 Zoll) LCD-Display, XGA, 79-Phasen AF-Messfelder, 12 Bilder/Sek, Full HD, WiFi / NFC, HDMI) mit OLED-Sucher und Autofokus

Sony SLT-A99V SLR-Digitalkamera (24,3 Megapixel, 7,6 cm (3 Zoll) Display, Full HD-Video-Funktion, Live View) schwarz

Nikon D750 SLR-Digitalkamera (24,3 Megapixel, 8,1 cm (3,2 Zoll) Display, HDMI, USB 2.0) Kit inkl. AF-S Nikkor 24-120 mm 1:4G ED VR Objektiv schwarz

Nikon D610 SLR-Digitalkamera (24,3 Megapixel, 8,1 cm (3,2 Zoll) Display, Full HD, AF-System mit 39 Messfeldern) Kit inkl. AF-S 24-85mm 1:3,5-4,5G ED VR schwarz

Canon EOS 7D Mark II – Digitalkamera, 9128B040

Canon EOS 5D Mark III SLR-Digitalkamera (22 Megapixel, CMOS-Sensor, 8,1 cm (3,2 Zoll) Display, DIGIC 5+ Prozessor) Gehäuse schwarz

Low-Light in Perfektion:
Sony Alpha 7s Digitalkamera (12,2 Megapixel, 7,6 cm (3 Zoll) LCD Display, Full HD, Unkomprimierter Output via HDMI (4K/Full HD), Silent Shooting Modus, staub- und spritzwassergeschützt)

Was ist ein Bokeh und wie mache ich das?

Was ist ein Bokeh?

Das Wort Bokeh kommt aus dem Japanischen und bedeutet unscharf oder verschwommen. In der Photographie bezeichnet man damit bspw. den verschwommenen Hintergrund, während das eigentliche Motiv im Vordergrund scharf bzw. freigestellt ist. Dabei ist das Empfinden, ob das Bokeh schön oder häßlich ist, ein rein subjektives.
So gelten idR aber vor allem Lichtblasen als schön, wenn sie weich und kreisrund sind.

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Bsp.: Tamron SP 24-70mm Di USD @ 70mm und f2,8 an einer Sony Alpha A99V.

Es geht also darum, bestimmte Bereiche bewußt unscharf zu lassen. Ein unruhiges Bokeh wird dann als solches empfunden, wenn Lichter eckig oder ellipsoid sind bzw. auch Konturen und Kanten doppelt erscheinen.

Als prädestiniert für ein schönes Bokeh gelten Festbrennweiten mit Ihrer durchgängigen Lichtstärke, wobei entscheidend sein kann, ob das Objektiv einen kreisrunde Blendenverschluß hat und besonders lichtstark ist, also eine möglichst große Blendenöffnung erlaubt (bspw. Sigma 50mm f1,4 DG HSM Art).

IdR gilt das Bokeh bei Zoomobjektiven bauartbedingt als schlechter, kann aber gleichfalls sehr gut aussehen.

Wie erreiche ich ein Bokeh?

Nun, hier spielen im Wesentlichen drei Faktoren zusammen:
– Brennweite
– Blendenöffnung
– Sensorgröße

Man kann grundsätzlich festhalten:
– je lichtstärker, desto Bokeh
– je größer die Brennweite, desto Bokeh
– je größer der Sensor, desto Bokeh

So kann man ein hervorragendes Bokeh theoretisch erreichen bei 200mm f1,4 bei Vollformat. Theoretisch. Denn die Linse muß auch insgesamt was taugen.

So hat man z. B. bei einer Superzoom mit 1“-Sensor, einer Brennweite von 24mm selbst bei Blende 2,8 ziemlich schlechte Karten.
Eine Vollformatlinse an einer Vollformatkamera kann hingegen bei 24mm und Blende 2,8 schon ein hübsches Bokeh hinlegen.

Man kann das mit einer Superzoom (bspw. Canon SX50 HS) aber sehr gut testen. Einfach mal die Kamera auf 24mm stellen und die Blende so weit wie möglich öffnen. Dann zB eine Pflanze oder einen Laternenmast anfokussieren und drauf achten, was im weiter entfernten Hintergrund passiert, wenn man weitere Brennweiten wählt (50mm, 100mm, 200mm).
Zwar wird sich die Blende bei diesen Kameras mit zunehmender Blende immer weiter schließen, der Hintergrund aber dennoch immer unschärfer.
Man beachte dabei aber, daß man bei zunehmender Brennweite dann ggf ein Stativ benötigt, weil sich die Belichtungszeiten verlängern und Verwacklungen drohen.