Warum die Sony A7r II für die meisten Anwender keinen Sinn ergibt

Tja, ein reißerisches Thema zum Wochenende, wo doch so viele der Meinung sind, daß diese Kamera einfach die „besten Bilder macht“. 😉
Also erstens macht hauptsächlich der Photograph das Bild und nicht die Kamera und zum zweiten ist das schlicht und ergreifend falsch.

Warum?

Eine hochauflösende Kamera ist ein auf einen bestimmten Bereich spezialisiertes Werkzeug bzw. Instrument. Wer seine Bilder idR im Netz veröffentlicht (bei max 72 dpi Bildschirmauflösung, denn mehr stellen Monitore idR nicht dar) oder einfache Photobücher druckt bis DIN A3 oder auch mal ein Poster in DIN A2 oder A1, dem genügen 24 Megapixel locker!! Meistens sogar noch deutlich weniger.

Eine solch hochauflösende Kamera hat im Gegenteil durchaus für die meisten Anwender mehr Nachteile als Vorteile:
– 42 MP verwackeln leichter (ja auch mit SteadyShot)
– 42 MP verbrauchen enorm viel Speicherplatz pro Bild (ca. 80 MB, unkomprimiert RAW)
– 42 MP schaffen die allermeisten Objektive nicht, die Bildqualität leidet ggf eher unter der hohen MP-Zahl (https://www.dxomark.com/best-sony-lenses-under-13000-dollars)

Jetzt mögen einige einwerfen: „Ja, aber dann kann ich besser „croppen“ – dem kann ich eigentlich nur entgegnen: wer seine Bilder dauernd nachträglich beschneiden muß, der kann nicht photographieren. Tschuldigung, aber meistens ist das so. Es gibt freilich Momente, in denen man darauf angewiesen sein kann, das Bild mittels Beschnitt „ranzuzoomen“ oder dergleichen, aber bei den allermeisten wird das nicht der Fall sein. Und kleinere Bildkorrekturen kann man auch bei 12, 16, 20 oder 24 MP machen, ohne daß es gleich undruckbar wird.

Für wen ist dann solch eine Kamera?
Nun, gute Frage. Meistens für Landschaftsphotographen (wobei auch hier die meisten immer noch mit deutlich weniger arbeiten), für Fashion, weil man dort immer mehr will und meist auf dem Stativ arbeitet und riesige Billboards druckt etc pp, für Produktphotographen, Makros usw – eine Sony A7r II ist für die allermeistens Anwender einfach schwachsinnig!!
Aber hey! Ich weiß wie das ist. Man bekommt vom Marketing und allen möglichen anderen Leuten immer wieder vorgekaukelt, daß das einfach die Non-Plus-Ultra-Kamera ist, die wirklich JEDER braucht, weil sie einfach ALLES schlägt.
Nein. Tut sie nicht. Es kommt immer drauf an, was ich damit erreichen möchte.

Wer jetzt meint, er braucht trotzdem „die beste Kamera“, der hat nicht begriffen, worum es geht (sorry). Sony bietet im Vollformat aktuell 4 Kameras an, die speziell für 4 Kundenkreise gedacht sind – es handelt sich um spezialisierte Systeme (so in etwa):
A7s (Journalismus, Low Light, Video, Astro, Hochzeiten etc)
A7r (Landschaft, Fashion, Produkte, Makro usw)
A7 II (Allrounder, kein Sport etc., Low Light nur bedingt)
A9 (Sport, Journalismus, Wild Life, Hochzeiten etc)
A6500 (Sport, Wildlife, Casual)
A99 II (Sport, Portrait, Makro, Landschaft etc.)

Das soll jetzt nicht heißen, daß man nicht auch mit jedem der Modelle alle Anwendungen abdecken kann – das geht durchaus. Ich habe auch mit der A7s schon Makros und Landschaften geschossen und war außerordentlich zufrieden damit. Mittlerweile kommt sie aber nur noch sporadisch zum Einsatz, wenn ich geräuschlos aufnehmen will (kann die A7 II nicht) oder eben wirklich noch die Farbkontraste bei wenig Licht haben will (rauschen tut es trotzdem!!). So spielt sie vor allem bei mir in der Street Photography und bei der Astrophotographie eine Rolle – alles andere mache ich inzwischen eher mit der A7 II und bin sehr zufrieden damit, auch wenn mir hier die RAWs fast auch schon zu groß sind (unkomprimiert).

Daher noch einmal mein dringender Appell: bitte fallt nicht drauf rein, was andere behaupten, machen, wollen, wünschen etc. Überlegt Euch lieber genau, was Ihr wirklich wollt und dann auch tatsächlich braucht. 😉
Und natürlich gilt das oben gesagte auch für andere Kameras mit entsprechenden Leistungsdaten.

Update vom 22.05.2017:
Hier habe ich bei YouTube ein gutes Video von Krolop&Gerst gefunden, welches diesen Artikel ganz gut ergänzt:

DPI & PPI, DIN-Formate und Druckgrößen

Es ist soweit, es gibt einen weiteren kleinen Artikel zum Thema Photos drucken. 🙂

Viele sind sicherlich das eine oder andere Mal verwirrt, wenn es um die sog. „DPI“ geht und können damit nicht wirklich etwas anfangen. Druckereien und viele andere (selbsternannte) Experten kommen, wenn es darum geht, ein Poster zu drucken idR mit dem Satz daher: „Bitte liefere mir eine druckfähige Datei mit 300 DPI.“

Hä?

Genau.

Also: „DPI“ bedeutet „Dots per Inch“ oder auf Deutsch „Punkte pro Zoll“ und beschreibt nichts anderes als eben die gedruckten Farbpunkte pro Zoll auf einem Blatt Papier. Je mehr Punkte pro Zoll, desto hochauflösender ist der Druck, desto weniger sieht man vom Druckraster.
Ähnlich sieht es dann bei den sog. „PPI“ aus – das sind die „Pixel per Inch“ oder eben die „Pixel pro Zoll“. Auch hier gilt: je mehr Pixel, desto höher die Auflösung.

Der Unterschied liegt darin: Pixel sind es auf dem Monitor/in der Kamera, und Punkte auf dem Drucker/dem Blatt Papier.


(Bildquelle: Wikipedia.de)

1:1 umrechnen kann man das eigentlich nicht, der Unterschied ist aber für hier uns heute marginal und soll uns nicht weiter verwirren. Wir nehmen jetzt einfach mal an, daß DPI und PPI im Grunde dasselbe sind.

Die Anzahl an DPI/PPI läßt keine dezidierten Rückschlüsse auf irgendeine Qualität zu, wir können damit lediglich bestimmen, wie groß wir drucken können, respektive wie weit wir vom Bild entfernt sein müssen, um das Pixel- oder Druckraster nicht mehr erkennen zu können.

Wikipixel
(Bildquelle: Wikipedia.de)

Man kann auch niedriger aufgelöste Motive größer drucken mittels sog. Skalierung, wobei dann eine Interpolation stattfindet. Will ich ein Bild vergrößern, muß ich die Anzahl der Punkte evtl. ebenfalls erhöhen – Programme wie Photoshop können hier benachbarte Pixel klonen. Das funktioniert ggf im kleinen Rahmen ganz gut, stößt aber echt schnell an seine Grenzen.
Beim skalieren/vergrößern verringert sich die Anzahl der DPI/PPI!!
Soll heißen: vergrößere ich ein Bild das bei A4 300 PPI hat auf A1 kommen am Ende vll. 120 PPI raus. Umgekehrt verkleinert sich das Bild, wenn ich aus 300 DPI 400 DPI mache, weil mehr Pixel auf einem Zoll untergebracht werden müssen.

Dpi_ppi
(Bildquelle: Wikipedia.de)

Wenn wir ein Photo aufgenommen haben und bearbeiten es anschließend zB in Lightroom oder Capture One, dann wollen wir es irgendwann exportieren. Druckereien sagen zwar oft, sie wollen PDFs oder TIFFs, eine JPEG genügt aber idR völlig. Ich drucke alle meine Bilder als hochauflösende JPEG und habe keinerlei Probleme damit.

Hochauflösend? Ja, da sind wir wieder beim Thema: beim Export stelle ich in Lightroom & Co. dann ein, mit viel DPI/PPI das Bild gespeichert werden soll. Wie groß das Bild dann letztlich ist (also von der cm-Abmessung her), wird durch die Anzahl der Pixel des Bildes bestimmt (Megapixel).

Interessant ist hierbei, sich einmal zu vergegenwärtigen, welche Blattformate es gibt.
Hier einmal die gängigen DIN-Formate bei einem Bildverhältnis von 4:3

Dabei ist DIN A0 das größte – die Fläche eines solchen Posters beträgt ca. 1 Quadratmeter oder 9933 x 14043 Pixel bei 300 DPI/PPI.
Daraus folgt: wenn Ihr ein Photo in der Größe von ca. A0 bei 300 DPI ausdrucken wollt, braucht Ihr eine Kamera mit einem Sensor, der 139.489.119 Pixel liefert oder eben knapp 140 Megapixel.

Bei der Berechnung braucht Ihr also nur die Kantenlängen und die PPI. Bitte dabei nicht vergessen, daß es weitere Bildformate gibt, wie:
3:2
16:9
usw.

Olympus und andere Hersteller nutzen das sog. mFT-Format (Micro Four Thirds); hier ist das Bildformat im Namen schon enthalten: 4:3. Vollformatkameras und solche mit APS-C-Sensor haben idR ein Bildformat von 3:2.
16:9 ist bspw. ein Breitbild-TV.
Natürlich kann man im Bildbearbeitungsprogramm oder RAW-Konverter seine Aufnahmen auf jedes beliebige Format zuschneiden (croppen).

Ausgehen von den o. g. Beispiel mit 140 Megapixel schauen wir jetzt mal, was heutige Kameras so alles an Auflösung liefern. Die 140 Megapixel sind derzeit eigentlich nur im Mittelformat anzutreffen, weil die extrem großen Sensoren eine solche Pixelanzahl eher zulassen, als kleinere Sensoren. Denn je größer die Pixeldichte wird, desto eher muß man mit Verlusten bei der Bildqualität rechnen (Bildrauschen etc.) – die Kameras und Sensoren werden aber diesbezüglich immer besser.

Eine Canon EOS 5Ds(r) hat 50 Megapixel. Die Bildgröße beträgt 8.688 Pixel x 5.792 Pixel.
Bei 300 DPI wäre DIN A1 7016 x 9933 und DIN A2 4961 x 7016. Die Canon mit ihren 50 Megapixel liegt also irgendwo dazwischen.
DIN A1 entspricht von der Größe her übrigens einem Standard-Großformat-Poster (meistens mit einer Kantenlänge von 90×60 cm).

Eine Sony A7r II löst mit 42 Megapixeln auf. Das sind 7.952 × 5.304 Pixel. Das liegt zwischen A2+ und A3 bei 300 DPI (4961 x 7016 bzw. 3508 x 4961).

Eine Kamera mit 24 Megapixeln produziert Dateien mit 6000 x 4000 Pixeln. Geht immer noch für A3+.

Eine Kamera mit 12,2 Megapixeln (Sony A7s) hat 4240 x 2832 Pixel. Bei 300 DPI ist das ca. DIN A4.

Kommen wir nun wieder zur spannenden Frage: muß ich dann eine Kamera haben, die 50 Megapixel hat, um DIN A1 drucken können?
NEIN!!
Es ist so: je mehr Pixel auf dem Sensor sitzen und je besser das Objektiv ist, das auf der Kamera sitzt, desto besser und hochauflösender sind die Dateien, desto weiter kann ich skalieren und interpolieren ohne Verluste und desto detailreicher ist das Motiv (nicht notwendigerweise besser). Dabei sollte der Sensor möglichst groß sein. Also erst einmal nicht die Auflösung, sondern tatsächlich die physikalische Größe. Aus einem winzigen 1“-Sensor mit 50 Megapixel (nur ein Bsp., ich glaube, das geht gar nicht) kommt mit ziemlicher Sicherheit nur Matsch raus.

Wie ich an anderer Stelle schon einmal beschrieben habe, habe ich auch schon 12 Megapixel bei 300 DPI auf ca. A1 gedruckt und das Ergebnis sieht super aus. Eben weil man vor einem solch großen Bild nicht mit der Nase dranpappt und Pixel zählt – man will das Motiv auf sich wirken lassen und dazu braucht man Abstand. Es gibt freilich Motive und Photos auf denen es ggf bestimmte Dinge zu entdecken gibt, da ist es durchaus hilfreich, wenn man viele MP hat, weil man dann nah ans Bild ran möchte. Das ist aber sehr selten der Fall.

Wer über typische Photos für ein Album oder Photobücher bis A3 nicht hinauskommt, der braucht so etwas überhaupt nicht, weil man die feinen Details selbst bei minimalem Betrachtungsabstand von nur einigen cm gar nicht erkennen kann. Egal, ob nun mit 1.000 Megapixeln oder mit 3 Megapixeln aufgenommen (übertrieben dargestellt).

Wer sich normale Photoabzüge macht, dem reichen in der Tat wenige Megapixel. Und selbst A4-Photobücher verlangen nach wenig mehr als 10 MP. Wer also meint, er braucht unbedingt eine Kamera mit 40, 50 oder noch mehr Pixeln, der braucht das evtl. zum croppen, weil das Motiv es verlangt (oder er kann nicht photographieren und versaut immer wieder den Bildausschnitt), oder eben, weil er montrös groß drucken will, nämlich jenseits von A1 und A0.
Bedenket: selbst sog. Billboards an Häuserwänden haben oft nicht mehr als ein paar MP bzw. nur 72 DPI. Weil es auf die Entfernung einfach scheißegal ist. Wer sich 50 MP kauft, um die Photos im Netz zu posten oder um die Bilder in kleine Alben zu pappen, hat Geld verschwendet. Und zwar nicht zu knapp.

Es gibt Motive, da ist es schön, etwas mehr Megapixel zu haben

Ja, schon wieder das leidige Thema. 😀 Aber ich befasse mich dann doch recht intensiv damit in den letzten Monaten.
Zuletzt habe ich mir ja dieses Bild im Großformat (ca. A1 – also mit Seitenlänge 90cm) drucken lassen:

Im Land der Bäume

Das Bild habe ich aufgenommen mit der Sony A7s (also mit 12 Megapixel) und dem Sony/Zeiss FE 16-35mm f/4 bei 35mm und ISO 800.
Das (für mich) Besondere an dem Bild ist nicht Landschaft ansich, sondern der darin untergebrachte Mensch als Größenvergleich. Daher kommt das Bild natürlich immer besser zur Geltung, je größer man es druckt.

Ich habe die RAW-Datei zwar in eine druckfähige JPEG mit 300 dpi exportiert, für diese Bildgröße (90×60 cm im Seitenverhältnis 3:2) muß es bei 12 Megapixeln aber natürlich ganz schön gestreckt werden, was bedeutet, daß am Ende nur noch irgendwas um 120 dpi (bzw. ppi) übrig bleiben.

Das hat zur Folge, daß man einen größeren Betrachtungsabstand benötigt, um das Bild scharf wahrnehmen zu können.

Aber: den kleinen Mensch im Bild nimmt man natürlich nur dann wahr, wenn man etwas näher rangeht… und erst dann mit einem vor und zurück erfaßt man das Bild vollständig.

In diesem speziellen Fall ist es also so, daß es durchaus einen Sinn hat, ein solches Bild mit einem höher auflösenden Sensor (mind. 24 Megapixel) aufzunehmen. Und damit habe ich mich natürlich auch irgendwie selbst widerlegt, wenn ich in anderen Artikeln sage, daß 12 MP eigentlich immer reichen… das tun sie freilich nicht immer – aber meistens. Man drucket ja nicht immer groß oder steht selten nach dran. Die alte Aussage gilt natürlich nach wie vor, muß aber relativiert werden.

Eine 42 Megapixel-Kamera (oder darüber) halte ich für die meisten Anwender noch immer für völlig überdimensioniert.

12 Megapixel im Großformat drucken – Der Test

Ich bin ja seit einiger Zeit (einigen Monaten) mit mir am hadern, welche Kamera ich mir als nächstes kaufen möchte. Auch ich habe das G.A.S. (Gear Acquisition Syndrome) und bin nicht vor den neuesten Marketing-Gags der Hersteller gefeit. Aber… – es gibt immer ein Aber – so ganz kann man die Vorteile einer hochauflösenden Kamera nicht von der Hand weisen. Ich habe dutzende und aberdutzende von Tests und Berichten gelesen, habe mir Bilder runtergeladen ohne Ende, um Vergleiche ziehen zu können und kann nun endlich wie Dr. Faust sagen: „hier steh ich nun ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor.“

Vor einiger Zeit habe ich meine Sony A99 verkauft, um mir das Zeiss FE 16-35mm f/4 kaufen zu können. Es fiel mir nicht leicht, aber ich wollte voll auf das FE-Bajonett setzen, denn die Objektive dort sind gut und leicht, wenngleich nicht so lichtstark (wobei sich das ja jetzt inzwischen erledigt hat). Eine A7s nenne ich seit ca. 1 Jahr mein Eigen und bin eigentlich recht zufrieden. Die Kamera hat zwar nur einen Kontrast AF, aber ich photographiere keinen Sport… sie hat auch keine der anderen modernen Features einer A7r II oder A7 II etc. – bislang hat mich das nicht sonderlich gestört. – Also, warum brauche ich was „besseres“? –> G.A.S.

Die A99 hatte 24 MP Auflösung. Die gedruckten Photos sind sehr scharf und von sehr guter Qualität mit sehr vielen Details (ohne Vergleichsmöglichkeit) und es macht mir viel Freude, sie auch aus kürzester Distanz zu betachten (einige Zentimeter).

Nun also zur Gretchenfrage (um bei Faust zu bleiben): kann das die A7s auch?
… oder muß ich mir doch eine A7r II kaufen…? Auch wenn es eine A7 II ebenso täte…

Ich will eigentlich keine zwei Kameras mit unterschiedlichen Auflösungen rumtragen. Noch nicht.
Aber den Vorteil von zwei Kameras mit zwei Brennweiten/zwei Zooms möchte ich unbedingt wieder genießen. Es geht eben doch oft darum, schnell das eine bestimmte Photo zu schießen – und das geht nunmal nicht, wenn man erst das Objektiv wechseln muß – es gibt aber noch andere Gründe.

Meine Kaufentscheidung könnte sein: eine zweite A7s
Nein, keine A7s II, auch wenn mich der Bildstabilisator extrem reizt. Na ja, wer weiß, was ich für unisinnige Dinge noch anstelle…

Also habe ich mich dazu entschlossen, eines meiner Photos groß drucken zu lassen. Genauer gesagt im Format 90 x 60 cm. Das entspricht ungefähr DIN A1.
Testen werde ich das ganze mit diesem Photo:
The Wanderer

Und wenn hier all die feinen Details des Baumstammes und des Mooses zu sehen sind und die Qualität bei ca. 1m Betrachtungsabstand (und vll auch noch etwas darunter) noch sehr gut ist, dann werde ich wohl bei der geringen Auflösung von 12 Megapixeln bleiben.
Das ganze ist ein etwas kostspieliger Test… denn das Photo kostet inkl. Holzrahmen und Versand fast 80 Euro. Aber was tue ich nicht alles für meinen Blog 😀 – und natürlich für mich 🙂

Daß A3 überhaupt kein Problem ist, nicht einmal mit hohen ISO-Zahlen, habe ich mir schon bewiesen. Unten stehendes Photo habe ich für mein A3 quer-Photobuch bereits drucken lassen und es sieht phänomenal aus. Und das bei ISO 12.800 und einer uralten Minolta-Linse.
Best Friends

Ich bin also guter Dinge und hoffe das Beste. Eine solche Erkenntnis, wie ich sie plane, würde meinem Geldbeutel gut tun. Denn ich spare Geld für eine teure Kamera, die ich nicht brauche (es sei denn, ich Ochse schlage doch bei der A7s II zu – eigentlich schaffe ich es immer, mir alles schön zu reden…) und könnte das verbliebene Geld in ein Objektiv investieren. Oder in einen AV-Verstärker, den ich schon sehr lange haben will… aber Photographie geht vor Film-Sound und Musik.

Den Druck habe ich heute in Auftrag gegeben; das Bild wird wohl Anfang/Mitte der kommenden Woche bei mir ankommen und dann werde ich hier berichten, wie das Ergebnis ist.
Gedruckt wird das ganze aus einer JPEG, die aus einem (komprimierten) RAW entwickelt wurde. Das JPEG hat gerade mal 7,1 MB (sehr schonend für den Festplattenspeicherplatz); aufgenommen wurde das Photo eben mit der A7s und dem Zeiss FE 16-35mm f/4 – sollte als hochwertige Kombination genügen. Das Bild wurde in Lightroom bearbeitet und als 300dpi JPEG exportiert – die Aufnahme erfolgte übrigens bei ISO 400.
Drucken lasse ich bei myposter.de, das Bild bekommt einen Holzrahmen ohne Passepartout.

Ich bin gespannt…

Der Megapixel-Wahn: wozu 36, 42 oder 50 Megapixel am Vollformat?

Schönen Sonntag zusammen 🙂

Gerade habe ich im Netz in Schrift und Bild einmal mehr diverse Beträge verfolgt, die sich mit diesem ziemlich kontroversen Thema befassen. Wer sich hier „schlau“ machen will, wird spätestens nach einer halben Stunde Lektüre (oder Videobetrachtung) feststellen, daß er hinterher noch verwirrter ist als vorher.

In so ziemlich jedem Forum, Blog oder sonstwas wird wild mit Begriffen wie Auflösung, Druckqualität, Cropping usw. um sich geworfen, ohne daß man wirklich falsches und richtiges voneinander trennen kann.

Um hier einmal eines vorweg klarzustellen: auch ich bin kein Experte, verstehe aber ein wenig etwas von Werbung und Marketing (habe ich gelernt), sowie von Drucktechnik (rudimentär), Photographie (Autodidakt) und Bildbearbeitung (ebenso).

Wer sich eine neue Kamera kauft, der möchte diese auch eine Weile benutzen. Sei es nun, um erste Erfahrungen zu sammeln, die Photos nur für ein kleines Album auszudrucken, die Bilder auf A1 drucken zu lassen, im Web zu posten oder diese einfach nur auf dem TV-Schirm zu betrachten. Meistens kauft der Ahnungslose, weil Anfänger, dabei eine möglichst günstige Kamera mit einem Sensor, der relativ hoch auflöst, bspw. eine Kompaktknipse mit Minisensor, aber 20 Megapixel Auflösung. Weil: viel hilft viel, ne? Falsch.

Wer meinen Blog verfolgt, der findet zum Thema Sensor und Auflösung hinreichende Dokumente zum suchen 😉
Hier soll nur kurz wiederholt werden: Mehr Pixel brauchen mehr Platz auf dem Sensor, womit idR die Bildqualität proportional zur verwendeten Fläche sinkt.
Manche kriegen das besser, manche schlechter in Griff und am Ende entscheidet auch und vor allem der in der Kamera verbaute Bildsensor über die ausgegebene Qualität, sowie das vorne an der Kamera angebrachte Objektiv. Qualität ist dabei ein objektiver Begriff, wenn man von rein technischer Seite das Auflösungsvermögen der Hardware betrachtet – viele Megapixel und eine gute optische Verarbeiten ergeben nicht automatisch ein gutes Photo. Das macht noch immer der Photograph.

Nun ist es so, daß bislang „herkömmliche“ (also gute und teure Objektive) maximal bis zu 24 oder auch mal 29 Megapixel aufgelöst haben. Das Objektiv (optische Qualität) entscheidet also letztlich darüber, ob die Megapixel überhaupt in der digital erzeugten Datei ankommen.
Löst das Objektiv nur 24 Megapixel auf, bringen einem ein 36 Megapixel-Sensor einer Sony A7r oder einer Nikon D810 überhaupt nichts. Es wird im Grunde nur die Datei größer, einerseits in Sachen Abmessung, andererseits als Dateigröße auf der Festplatte.
Ein Zeiss Otus bspw. schafft (lt. DXO) z.B. 35 Megapixel, also noch immer 1 MP weniger, als der Sensor der beiden o. g. Kamera. Das Objektiv kostet aber auch 4.000 Euro. Das bezahlt so gut wie niemand.

Ein solches Objektiv an einer Sony A7r II anzubringen, hat also nicht notwendigerweise eine höhere Qualität zur Folge.
Es ist aber so, daß ein solches Objektiv natürlich besser abbildet, als z. B. eine Kitlinse. Sie ist einfach hochwertiger produziert, besser vergütet usw.
Auflösung, Qualität, Detail und Bildschärfe hängen zwar immer zusammen, sind aber keine absoluten Werte.
Es kann unter Umständen sogar passieren, daß ein Objektiv, das nur 24 Megapixel abbilden kann, an einem 42 Megapixel-Sensor schlechter aussieht.

Generell kann man sagen: je größer der Sensor, desto größer die Pixel, desto besser die potenzielle Qualität, sofern entsprechend dafür gerechnete Objektive verwendet werden.

Weil wir eine Kamera eher einmal ersetzen können, behalten wir idR unsere Objektive über einen deutlich längeren Zeitraum. Eine Kamera veraltet, geht kaputt, die Reparatur wird unwirtschaftlich etc etc etc… ein Objektiv hält unter normalen Umständen auch einmal 30 Jahre oder länger, ohne dabei an Qualität und Auflösung zu verlieren.
Wenn man also einen neuen Megapixelwahn aus marketingtechnischen Gründen ausruft, müssen auch neue Objektive her – manch einer mag das für sich selbst rechtfertigen, weil 10.000 Euro immer noch günstiger sind, als Mittelformatkameras + Zubehör.

Mit großen Dateien kann man natürlich einiges anstellen. Man kann von weiter hinten Photos aufnehmen, diese dann bequem bescheiden (croppen) und hat am Ende vielleicht noch immer ein gut aufgelöstes 24 MP-Bild.

Und ja: bei mehr MP sieht man durchaus auch manchmal mehr Details.

Nun zur Gretchenfrage: wie groß kann ich drucken?
Das ist das Thema, das allüberall Erregung auslöst.
Zunächst: wer von uns druckt den ganzen Tag großformatige Poster oder Plakate? Damit meine ich A1, A0 und größer? Ich wette, das macht unter Hobby-/Amateurphotographen so gut wie niemand. Und selbst wenn… reichen dann die 12 Megapixel einer Sony A7s oder die 16 Megapixel einer Nikon D4s oder einer Fujifilm X-T1?
Ja, das tun sie. Aber warum?
Erstens geht es darum, wie man das Bild (vorausgesetzt man kümmert sich um RAW-Dateien) verarbeitet. In Lightroom und/oder Photoshop oder anderen Programmen kann man (je nachdem) die Datei so abspeichern, daß problemlos größere Drucke möglich sind. Im Druckverfahren werden die DPI/PPI nämlich gesampelt und an die erforderliche Druckgröße angepaßt.
Dann ist auch ganz erheblich entscheidend: der Betrachtungsabstand!!
Kein Mensch stellt sich vor ein A0-Poster in einem Abstand von nur wenigen Zentimetern, um die Pixel zu zählen.

Meine alte Canon 400D hatte „nur“ 10 Megapixel (was schon deutlich mehr sind, als ältere Digitalkameras der Profiklasse) und damit konnte ich ganz leicht A1-Poster drucken, die wunderbar aussehen – wohlgemerkt auch aus JPEGs.
Meine letzte Druckerei wollte hochaufgelöste TIFFs – kein Problem, denn beim Export in z. B. Lightroom kann man das ganz leicht einstellen.
Will man selbst drucken, kann man auch in Photoshop die Dateien größer ziehen und die notwendigen DPI etc angeben.

Vor den A1-Prints meiner (verkauften) Sony A99V stand ich teilweise idR nur wenige Zentimeter entfernt (die hängen größtenteils in einem engen Flur) – hier helfen die Megapixel sicher etwas, die Details besser abzubilden – aber daneben hängen die 10MP-Bilder auch in A1 und keine Sau regt sich drüber auf – man sieht es nämlich kaum, bzw. wenn man es nicht weiß, interessiert es keine Sau und niemand merkt etwas von wegen Details. Es geht um die Bildwirkung und nicht um das Pixelzählen.

Normalerweise steht man vor entsprechend großen Bildern einige Meter weg, um deren Wirkung einfangen zu können. Je kleiner die Bilder, desto größer die Auflösung, desto näher der Betrachtungsabstand.

Wenn Ihr also, wie ich, normalerweise im Web veröffentlicht und ab und zu mal ein Photobuch in A4 oder A3 – oder auch mal ein Poster ein A2 oder A1 druckt… dann reichen 12 bis 24 Megapixel locker aus, selbst wenn man auch mal ein klein wenig beschneiden muß.

So, das soll es für heute mal gewesen sein 🙂
Wem noch etwas zum Thema einfällt – Ergänzungen oder Korrekturen: rein damit in die Kommentare 🙂

50 Megapixel: wozu ist das gut?

„Viel hilft viel.“
„Je mehr, desto besser.“
„Die Kamera A hat mehr Megapixel, als Kamera B, also muß sie besser sein.“

Richtig?
Keineswegs.

Zunächst einmal zur Fragestellung: wozu sind viele Megapixel gut?
Nun, zunächst einmal ist die Ausgabedatei höher aufglöst. Sie muß deswegen nicht besser aufgelöst sein, sie einfach nur größer und damit rein nominell z. B. für größere Drucke geeignet.
Dabei spielt die Sensorgröße überhaupt keine Rolle.

Als Beispiel:
Eine Sony A99V (Vollformat) hat einen 24 MP-Sensor.
Eine Sony A77 II (APS-C) hat ebenfalls einen 24 MP-Sensor.
Der Sensor der A99V ist mehr als doppelt so groß wie der, der A77 II, hat aber genau so viele MP. Die Maße eines Bildes haben also 6000×4000 Pixel. Bei beiden Kameras.

Entscheidend sind für die Bildqualität:
– Pixeldichte
– Sensorgröße

Daraus resultierend:
– Schärfe
– Kontrastumfang
– Dynamikumfang
– Rauschverhalten

Je mehr Pixel ich auf dieselbe Fläche quetschen möchte, desto problematischer wird das Bildrauschen und die anderen Eigenschaften, die es u. a. durch den Bildprozessor zu kontrollieren gilt.

Ein 50 Megapixel großes Bild hat vor allem für Photographen Vorteile, die z. B. im Fashion-/Modebereich arbeiten. Dort muß man oft erst das Modell im ganzen ablichten, dann noch einmal Details von irgendeiner Kette oder die Schuhe etc.
Je größer die Bilddatei ist, desto eher lassen sich aus einer einzelnen Aufnahme Detailausschnitte fertigen, die dann noch immer hoch genug auflösen, um sie bspw. in Katalogen abdrucken zu können. Bei kleinen Bilddateien, wären solche „Crops“ schnell pixelig und nicht mehr schön anzuschauen.

Daher ist die Modephotographie lange Zeit eine Paradedisziplin der Mittelformatkameras gewesen, deren Sensoren noch einmal doppelt so groß sind wie das Vollformat (Kleinbild). Mittelformatkameras haben idR einen höheren Dynamik- und Kontrastumfang. Es gibt hier bereits Modelle mit 80 Megapixeln für sündhafte Preise jenseits der 20.000 Euro.

Eine 50 Megapixelkamera im Vollformat für knapp 4.000 Euro ist da ein echtes „Schnäppchen“. Selbst eine Pentax 645Z mit 51 MP (Mittelformat) kostet noch 8.000 Euro.

Der Ottonormalphotograph braucht derlei Auflösung in den seltensten Fällen. Die meisten machen Ihre Aufnahmen mittlerweile für das Internet, um diese dann auf den TV zu streamen. Dafür reichen sogar 72 dpi und 10 Megapixel locker aus.
Selbst für den Druck auf Normalabzügen (zB 10×15) reichen 3 Megapixel und ISO 3200.
Mehr Megapixel = bessere Kamera ist eine Werbeaussage und völliger Bullshit.
Aber: ich habe schon A0-Ausdrucke machen lassen von Bilder, die ich mit einer Canon Powershot SX50 HS gemacht habe. Klar waren die etwas pixelig, aber von weiter weg hat das keine Sau gesehen, und die Kamera nimmt gerade einmal 12 Megapixel schwere Bilder auf mit einem mickrigen 1″-Sensor.

Wer natürlich bestimmte Dinge will und das nötige Kleingeld hat, dem bieten sich mit Vollformat und hoher Auflösung entsprechende Vorteile. Hohe Megapixelzahlen sind aber auch wieder anders zu handhaben und man braucht mehr Verständnis von der Materie. Denn alles, was größer und mehr ist, wirkt sich in verschiedenen Bereichen aus, fast so wie auch längere Brennweiten nach kürzeren Belichtungszeiten und/oder Stativen verlangen.

Für größerformatige Drucke reicht meine A99V dicke. Wenn ich aus einer 24 MP-Datei eine 300 dpi JPEG rauslasse, dann kann ich mir locker A1-Poster drucken, ohne daß man da irgendwelche Fehler findet.

Klar ist: je größer das Poster sein soll, desto besser muß es aufgelöst sein.
Einen sehr nützlichen Artikel dazu gibt es bei myposter.de

Generell muß man aber wirklich aufpassen, was man mit seiner Kamera machen will.
Will man vor allem Low Light und geringes Rauschverhalten, dann muß man zu Kameras wie der Sony A7s greifen. Diese hat wenig Megapixel, dafür aber eine überragende Bildqualität, vor allem bei widrigen Lichtverhältnissen.
Will man besonders viele Details, dann greift man zu Megapixelmonstern wie der Canon 5Ds R (eine 5Ds ist schwachsinnig in meinen Augen), einer Sony A7r oder einer Nikon D810. Canon hat 50, die anderen beiden 36 Megapixel, wobei Sony und Nikon wohl im März/April ebenfalls 50 MP-Modelle vorstellen werden.
Die großen Dinger können eher keinen Sport und sind für’s Studio, Landschaften und Architektur gedacht, wenn auch und vor allem mit Stativ gearbeitet wird.
Will man Allrounder, dann greift man zu 20-24 MP-Modellen. Diese bieten oft schnelle Bildwiederholraten für Sport und sind auch sonst ein goldener Mittelweg.

Shop-Links:
High-Megapixel-Modelle:
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Nikon D810 FX-format Digital SLR Camera Body

Allrounder:
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Sony ILCA Alpha 77 II SLR-Digitalkamera (24,3 Megapixel EXMOR APS-C CMOS-Sensor, 7,6 cm (3 Zoll) LCD-Display, XGA, 79-Phasen AF-Messfelder, 12 Bilder/Sek, Full HD, WiFi / NFC, HDMI) mit OLED-Sucher und Autofokus

Sony SLT-A99V SLR-Digitalkamera (24,3 Megapixel, 7,6 cm (3 Zoll) Display, Full HD-Video-Funktion, Live View) schwarz

Nikon D750 SLR-Digitalkamera (24,3 Megapixel, 8,1 cm (3,2 Zoll) Display, HDMI, USB 2.0) Kit inkl. AF-S Nikkor 24-120 mm 1:4G ED VR Objektiv schwarz

Nikon D610 SLR-Digitalkamera (24,3 Megapixel, 8,1 cm (3,2 Zoll) Display, Full HD, AF-System mit 39 Messfeldern) Kit inkl. AF-S 24-85mm 1:3,5-4,5G ED VR schwarz

Canon EOS 7D Mark II – Digitalkamera, 9128B040

Canon EOS 5D Mark III SLR-Digitalkamera (22 Megapixel, CMOS-Sensor, 8,1 cm (3,2 Zoll) Display, DIGIC 5+ Prozessor) Gehäuse schwarz

Low-Light in Perfektion:
Sony Alpha 7s Digitalkamera (12,2 Megapixel, 7,6 cm (3 Zoll) LCD Display, Full HD, Unkomprimierter Output via HDMI (4K/Full HD), Silent Shooting Modus, staub- und spritzwassergeschützt)

Entgegen aller Unkenrufe: keine Partnerschaft zwischen Canon und Sony?

In den vergangenen Wochen ging es ja immer wieder im Netz rum, daß Canon und Sony bei der Produktion der neuen 50 Megapixel-Sensoren eine Partnerschaft eingegangen seien… Canonwatch.com will mittels Gerücht mit diesem Gerücht nun aufräumen… sozusagen.

Dort steht, daß Canons neuer Sensor, der in der ebenfalls neuen 5Ds, 5Ds R und 5D Mark IV seinen Dienst verrichten wird, eine Eigenentwicklung sei, exklusiv von Canon genutzt und lediglich von Sony gefertigt werde, weil: Outsourcing und so.

Also: scheint in interessanter Zweikampf zu werden.

Mehr Megapixel = besseres Photo?

Nein!!

Warum?

Nun…
Zuerst einmal sei festgehalten, daß die Angabe von Megapixeln auf Plakaten und Verpackungen vor allem eines sind: Werbung.
Mehr Megapixel verkaufen sich besser als alles andere. Eine Marketinglüge, die unsere Psyche nur allzu gerne annimmt. Weil… mehr muß doch besser sein, oder?

Ääh, nein.
Oder sind mehr Tote nach einem Erdbeben auch besser? Eine philosophische Frage, zugegeben, aber ich will ja auf was anderes raus…

Die Fakten:
Es gibt Kamerasensoren in verschiedenen Größen. 1″, APS-C, Vollformat, Mittelformat… und klar ist: je größer ein Sensor ist, desto leichter lassen sich auch mehr Pixel darauf unterbringen. Ist logisch. Je größer das Stadion, desto mehr Leute passen rein.

Nun haben die Pixel eine bestimmte Größe. Und je mehr ich davon auf einer Fläche unterbringen möchte, desto höher ist die Pixeldichte. Mehr Leute = weniger Platz.
Dabei kann es dann zu Problemen kommen. Mehr Leute = mehr Reibereien.
Bildfehler sind die Folge, Pixelfehler, Farbrauschen…
Packe ich 20 MP auf einen Vollformatsensor, ist die Bildqualität also eher höher als auf einem APS-C-Sensor mit 20 MP.

Achtung, jetzt kommt’s:
Die teuersten Kameras packen weniger Pixel auf den Sensor, weil sie eine höhere Bildqualität erreichen wollen. So z.B. Nikon D4. Die löst lediglich mit 16 MP auf, hat aber einen großen Vollformatsensor drin. Kosten tut das Ding deutlich über 5.000 Euro.

Was also ist wichtiger als alles andere, um eine gute Bildqualität zu erreichen?
– korrekte Beleuchtung und Belichtung
– korrekter Bildausschnitt
– gutes Objektiv

Am Ende gibt es freilich Kameras, die beides gut können: tonnenweise Megapixel + gute Bildqualität. Und das müssen nicht einmal teure Kameras sein.
Aber eines ist ein Indiz für Schrott: extrem günstiger Preis bei hoher MP-Angabe (also meinetwegen 100 Euro und 20 MP); da kommt aller Wahrscheinlichkeit nach nicht viel dabei raus.