Minolta AF 80-200mm f/2.8 APO G HS („Weißer Riese“) – Erfahrungsbericht

Dieser Erfahrungsbericht kommt spät – ist aber deshalb hoffentlich einigermaßen fundiert. Das Minolta AF 80-200mm war (seit ich damals meine A99 gekauft hatte) schon länger ein kleiner Traum und vor nicht ganz 2 Jahren habe ich es mir dann zu einem Gebrauchtpreis von EUR 750,- gegönnt – leisten konnte ich es mir nicht direkt… aber was soll’s…
Neue Objektive vergleichbarer Qualität kosten gut und gerne zwischen 2.500 und 3.000 Euro.

70200G

Das Objektiv wurde ab 1993 gebaut und war eines der ersten echten AF-Profi-Zooms von Minolta, wenn ich mich nicht irre. Der Vor-Vorgänger war das AF 70-210mm f/4 (das so- „Ofenrohr“), der direkte Nachfolger war das 70-200mm f/2.8, das im Grunde bis heute von Sony so gebaut wird (heute ist es das SSM II).
Das 70-210mm war ein gutes Objektiv, allerdings hatte es kein besonders schönes Bokeh und hatte ziemlich mit chromatischen Aberrationen zu kämpfen – in kontrollierten Situationen aber war es herausragend.
Das weiße 80-200mm hatte einen direkten Vorgänger von 1987 in schwarzer Farbe mit langsameren Fokus. Das „HS“ beim weißen Riesen steht für „High Speed“, und der Fokus ist in der Tat extrem schnell und hämmert durch den Stangenantrieb rein wie Anker bei Vollgas.
An der Seite des Objektivs hilft ein „Focus Hold Button“ beim fokussieren und komponieren.

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Um die wenigen Nachteile gleich vorweg zu nehmen:
– es ist laut
– das Front-Element dreht sich beim fokussieren
– minimale Fokusdistanz: 1,8 Meter
– nicht spritzwassergeschützt
– schwer
– die Streulichtblende

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Es können Filter mit 72mm angebracht werden – der Polfilter ist durch das sich drehende vordere Glaselement leider irgendwie nutzlos…
Das Objektiv ist gebaut wie ein Panzer und auch genauso schwer; ich glaube, es wiegt irgendwas um die 1,3 kg.

Die Bildqualität ist, was die Schärfe anbelangt, absolut überragend – vor allem bei der sehr wichtigen Offenblende von f/2.8.
In puncto Farbwiedergabe und Kontrast ist es allerdings heutigen Top-Linsen deutlich unterlegen – mit einer RAW-Aufnahme bekommt man aber sehr viel aus den geschossenen Photos raus.

Betonkalypse

Walking in the Woods

Ich betreibe das Objektiv (da die A99 nicht mehr da ist) inzwischen mittels LA-EA4-Adapter hauptsächlich an der Sony A7 II, da mir dort der (stromfressende) Bildstabilisator zu Nutzen kommt, denn das Objektiv selbst ist natürlich aufgrund seines Alters intern nicht stabilisiert.

An der A99 war es irgendwann kaum noch auszuhalten, diese Kombi lange zu tragen – und auch an der A7 II merke ich es irgendwann deutlich. Das massive Gewicht ist sicher auch ein gewisser Nachteil, aber ich empfinde es als gerade noch akzeptabel in Anbetracht der Qualität dieser Linse.

Das Objektiv hat freilich eine eigene Stativschelle und auch einen frei beweglichen Ring, um das Objektiv samt Kamera zu drehen. Der Ring/die Schelle läßt sich allerdings nicht abnehmen. Einen Wetterschutz gibt es auch nicht – dessen Fehlen sich bei mir aber auch noch nie negativ bemerkbar gemacht hat. Bis jetzt.
Beim zoomen dreht sich der ggf angebrachte Filter übrigens nicht – das Objektiv ist nicht wirklich innenfokussiert, es fährt leicht aus. Beim zoomen ändert sich die Größe aber nicht.

Die Streulichtblende ist leider – obwohl aus Metall und innen schön matt schwarz beschichtet – eine Katastrophe. Nicht genug damit, daß es keine Markierungen zum Anbringen des fummeligen Dings gibt, nein, das fummelige Dings löst sich auch gerne mal einfach ab. Es kann seine Zeit dauern, bis man das Teil auf das Objektiv bekommt – steckt man die Kamera samt Linse dann in eine Tasche, kann es schonmal passieren, daß sie ohne Blende wieder rauskommt. Sie rastet also nicht ein.

Twin Walk

Frida & Timo

Das Bokeh des Objektivs empfinde ich persönlich als wunderschön und butterweich.

Mooslandschaft

Bei der einen Hochzeit, die ich bislang photographiert habe und bei den Aufnahmen in der Stadtbibliothek ist mir der laute Fokus sehr unangenehm aufgefallen. An besonders ruhigen Orten kommt man um das manuelle fokussieren nicht herum. Der Zoomring (liegt hinten) ist angenehm groß und betätigt sich auch angenehm schwer; der Fokusring sitzt vorne und ist ebenfalls schwergängig, aber leicht genug, allerdings vielleicht für Filmer nicht geeignet, da die Drehung doch recht knapp ist. Das kann ich aber nicht wirklich beurteilen, weil ich nie filme…

The Reader

Graffiti-Mädchen I

Alles in allem – auch wenn mich vor allem die geringe Fokusdistanz und der Geräuschpegel stören – bin ich in diesen weißen Klotz richtig verliebt. Ich habe zwar schon das eine oder andere Mal darüber nachgedacht, das Objektiv zu verkaufen und das Geld in ein FE 70-200mm f/4 zu investieren, kann mich aber von diesem „kleinen“ Prachtstück nicht trennen. Solange die neuen und modernen Objektive so abartig teuer sind (vor allem auch das neue G Master – das ja auch über 3.000 Euro kosten soll) und Sigma/Tamron & Co sich nicht trauen, endlich FE-Objektive zu bauen, bleibt dieses Baby in meiner Tasche und liefert schön scharfe Aufnahmen.
Auch das 70-210mm werde ich – vor allem als Backup – behalten. Es ist in keiner Hinsicht auch nur annähernd so gut wie das 80-200mm, besitzt aber auch seine Qualitäten.

Maison Kammerzell & Staßburger Münster

Wer also auf der Suche nach einer „preisgünstigen“ Alternative zu den neuen teuren Modellen ist, dem kann ich dieses Teil nur wärmstens empfehlen, solange man nicht auf absolute Stille angewiesen ist. Bei eBay sollte man allerdings erst gar nicht anfangen zu suchen – dort bieten nur fadenscheinige Händler und Preistreiber ihre Ware an; dieses Objektiv kauft man sich am besten über Kontakte in Online-Foren. Die Preise dürften, je nach Zustand, zwischen 600 und 1.000 variieren, wobei 1.000 Euro in meinen Augen schon zuviel sind.

Zum Abschluß noch einige Aufnahmen meiner beiden Telezooms.

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Minolta AF 80-200mm f/2.8 APO G HS:

Banana Waves

Schwarzwald

Planken

Mann & Ente

Rapsodie in Gelb

Burg Windeck im Nebel

Burg Hohenzollern

Fasan

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Minolta AF 70-210mm f/4:

Brückenrad

Martin

Spooky Wanderer

Eichhörnchen

abstellen und anschließen

Roofwalker

Wildschwein

Lotus Elan S2

Kläranlage

Spiel-Platz

Heiliggeistkirche Heidelberg

Familienzuwachs: Samyang 85mm AS IF UMC

Seit einiger Zeit habe ich immer wieder darüber nachgedacht, mir endlich wieder eine Festbrennweite zu können. Mein Minolta AF 100mm f/2.8 habe ich ja noch; mein Minolta AF 50mm f/1.4 hingegen hatte ich vor einiger Zeit verkauft.
Da mir die hohe Lichtstärke aber durchaus fehlt und der native Anschluß ohne Adapter, habe ich mich relativ intensiv umgesehen. Und dabei festgestellt, daß der Markt hier nicht wirklich viel hergibt – jedenfalls dann nicht, wenn es einigermaßen günstig sein.

Nun hat Sony ja in den vergangenen Tagen das neue 50mm f/1.8 vorgestellt (für das Vollformat), aber irgendwie sind waren mir 50mm für das, was ich intensiver machen wollte, zu kurz: nämlich Portraits.
Ja, auch 50mm gelten als Portrait und/oder Universalbrennweite, die 85mm aber sind – irgendwie – die klassische Länge für Portraits. Der Hintergrund läßt sich gut ausblenden, weil man nicht so nah ans Motiv ran muß, auch hilft, daß die 85mm ins Tele übergehen.

Ein Zeiss Batis wäre natürlich sagenhaft gewesen, aber auch kaum kurzfristig finanzierbar.
Auch das neue 85mm F/1.4 für Sonys FE-Bajonett ist erst recht nicht zu verwirklichen.

Was also tun…?

Muß denn unbedingt eine Autofokus-Linse sein? Eigentlich ja nicht… bei dieser Art von Aufnahmen kommt es überhaupt nicht auf Geschwindigkeit an, im Gegenteil. Also… gab es da nicht was von Walimex? Oder eben Rokinon oder Samyang…

Ja, gibt es. Und die aktuelle Version des 85ers genießt einen ziemlich guten Ruf. In Testberichten war zu lesen, daß es eine recht hohe Serienstreuung geben soll, was die Qualität anbelangt; ich konnte aber nicht feststellen, ob das nur für die alte oder auch für die neue Version gilt.
Jedenfalls war der Preis bei Amazon niedrig genug und so habe ich zugeschlagen.

Das Objektiv wird mittlerweile direkt mit angeschweißtem Adapter für alle möglichen Bajonette angeboten – in meinem Fall habe ich das E-Bajonett gewählt. Im untenstehenden Bild ist das Objektiv an meiner Sony A7s angeschraubt – daneben steht die A7 II mit dem Sony/Zeiss 16-35mm f/4 zum Größenvergleich.

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Die Lichtstärke war beeindruckend. Bislang besitze ich ja nur Linsen mit höchstens f/2.8 – was für sich genommen natürlich auch schon lichtstark ist, aber im Vergleich zu f/1.4 satte zwei Blenden dunkler ist und damit den Unterschied ausmacht zwischen z.B. ISO 6400 und ISO 1600, vom weicheren Bokeh einmal ganz abgesehen. Und das Bokeh ist wirklich super-cremig!!

Anbei zwei einfache Test-Shots von vorgestern; gestern war ich mit dem Objektiv den ganzen Tag unterwegs und habe Portraits geschossen – die Bilder hierzu sind gerade in Bearbeitung und kommen im nächsten Blogbeitrag.
Ich bitte zu beachten, daß der Bereich der Schärfentiefe bei Blende 1.4 EXTREM gering ist. Das Fokuspeaking einer spiegellosen Systemkamera hilft hier ganz enorm – und dennoch habe ich bei der Portrait-Tour einige Aufnahmen versemmelt. Offenblendig ist das Objektiv in der Tat kein Schärfekönig, trumpft aber bereits bei 2.8 oder 4 ziemlich auf. Natürlich möchte solch ein Objektiv vor allem wegen der weit offenen Blende und möchte, daß es vor allem weit offen sehr scharf ist – nun, das ist es nicht, es ist aber nicht zu weich. Für einen Hobby-Anwender, der nicht notwendigerweise relativ groß oder in Magazinen abdrucken muß, ist das Objektiv eine sehr gute Wahl. Es ist scharf, nur nicht megascharf. Und die übrige Abbildungsleistung ist in meinen Augen über eigentlich jeden Zweifel erhaben. Es werden sowieso sämtliche RAWs nachbearbeitet – nur die beiden Beispielbilder hier nicht – die sind DOOC als RAW eingelesen und als JPEG exportiert.

Samyang 85mm f/1.4 an der Sony A7s bei Blende 1.4

Samyang 85mm f/1.4 an der Sony A7s bei Blende 1.4

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Im Lieferumfang enthalten sind:
– Objektiv
– vordere und hintere Objektivdeckel/Verschlußkappen
– Streulichtblende
– Stoffsäckchen

Die Streulichtblende ist aus Plastik und rastet fest und sicher ein. Das Säckchen ist gut verarbeitet und schön weich.
Die Verschlußkappe vorne paßt leider bei aufgeschraubten Polfilter nicht mehr drauf – die Filtergröße beträgt 72mm.
Offenblendig hat das Objektiv bei starken Kontrastkanten im hellen Bereich mit chromatischen Aberrationen zu kämpfen.
Der Fokusring ist extrem gut zu bedienen, hat einen langen Weg und läuft butterweich. Auch der Blendenring ist sehr gut gefertigt und geht nicht zu leicht und nicht zu schwer. Die Blenden sind verfügbar von 1.4 bis 22. Über Blende 11 habe ich es nicht getestet – bis dahin ist aber alles schön scharf.

Alles in allem bin ich bislang mit dem Objektiv sehr zufrieden. Es ist schwer und – wie es scheint – ganz hervorragend verarbeitet. Aus Plastik, ja, aber das merkt man diesem Brummer gar nicht an. An der A7-Reihe ist es sehr gut ausbalanciert und nicht zu schwer.
Diese Linse ist für jeden, der keine tausende Euro für ein Portrait-Objektiv ausgeben möchte, ein absolutes Must-Have.

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Samyang 85mm F1.4 Objektiv für Anschluss Sony E

Als ich mir meine erste DSLR kaufte

Gerade sitze ich am Rechner, betrachte einige meiner Aufnahme auf der Festplatte und auf Flickr und muß plötzlich an meine Anfänge zurück denken. Was war das für eine Zeit… als Kind habe ich eine alte Minolta Kompakt-Knipse gehabt, später eine SLR (X-700) und wußte mit beiden eig. nichts anzufangen. Ich kann mich erinnern, daß mein Vater einmal versucht hat, mir die Belichtungskorrektur zu erklären, daß muß in etwa so gewesen sein, als blickte man in die verständnislosen Augen einer Katze, der man versucht, Schrödingers Gleichung nahezubringen. Damals war – glaube ich – irgendwas um 10, 11 oder 12 Jahre alt.

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Ich habe die Photographie lange aus dem Blick verloren, verdrängt und vergessen.

Dann, es war im Jahre des 20. Jubiläums von Rock am Ring, sah ich mich „gezwungen“, mir eine neue Kompaktknipse zu kaufen, da die sicherlich tadellos begeisternden Momente auf diesem Festival zweifellos für die Ewigkeit festgehalten werden mußten. Es kam eine Canon Digital IXUS 30 ins Haus mit 3 Megapixel Auflösung.

Bildquelle: Canon

Und weil die Werbung mir versprach, daß in diesem kleinen Ding der gleiche Bildverarbeitungschip steckt, der gleichsam in den großen Profi-Kameras sein Wunderwerk verrichtet, konnte diese Kamera einfach nur die beste sein für meine Zwecke – außerdem: alle sagen, Canon ist total geil. Na also. Alles richtig gemacht.

– Pause für die Lacher –

Eine Sache hat diese kleine (von monströsen chromatischen Aberrationen geplagte) Kamera jedoch bewirkt: sie hat in mir den unbändigen Willen geweckt, aus der Photographie mein neues Hobby zu machen.
Nun steckte ich damals mitten in einer von vielen Ausbildungen, Studien und verzwickten Lebenserfahrungen geprägten Zeit, die es mir unmöglich gemacht hatte, mich meinem neuen Hobby intensiv zu widmen. Ich habe mir fortan so ziemlich jede Monatszeitschrift über Photographie gekauft, die ich habe in die Finger bekommen können. 2 Jahre lang habe ich gelesen, gelesen, gelesen und geträumt. Bin mit meiner Knipse wandern gegangen, habe so ziemlich alles abgeknallt, was auch nur im entferntesten interessant aussah, habe Abertausende von Bildern ohne jeden Inhalt geschossen und mich immer gewundert, warum meine Photos alle so komisch aussehen, die von allen anderen aber soooo geil. Vor allem diese Dinger, die aussehen wie gemalt… boooaaah, krass!! Wie geht sowas??!! Ich brauche endlich eine Spiegelreflexkamera, verdammt!!
Ja, was ich meinte, waren diese unsäglichen HDR, die ich heute einfach nur noch zum kotzen finde…

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Leider kann ich Euch nicht allzuviele meiner alten Schandtaten zeigen, da vor einigen Jahren ein Festplattencrash fast alle meiner Photos von 2005 bis 2013 zerstört hat…
Jedoch waren nicht alle Bilder, die ich mit dieser kleinen Kamera geschossen habe schlecht – das untenstehende ich sogar unbearbeitet:
Print Media Lounge, Heidelberg

Ich erinnere mich gut daran, wie ich so in meinen Zeitschriften blätterte (fotoMAGAZIN, ColorFOTO, FOTOHITS und viele, viele mehr) und allenthalben von „Weitwinkelzooms“, „Telezooms“ und allem möglichen anderen die Rede war und ich schlicht und ergreifend überhaupt keinen Plan hatte, was die eigentlich meinen…
Irgendwann war dann natürlich der Groschen mal gefallen. Und 2007 war es dann soweit – ich wollte unbedingt endlich eine DSLR. Ich hatte die Schnauze sowas von voll mit meiner Scheißknipse zur die Gegend zu ziehen, ich wollte endlich diese sauscharfen, saugeilen und sauhdrmäßigen Bilder schießen!!
Also bin ich nach der Arbeit – und nach dem nächsten, rasch eingerichteten Dispokredit (ja… tatsächlich) – in den nächstbesten Blödmarkt geschlappt und habe mir eine Canon EOS 400D gekauft. Warum ausgerechnet die? Nun, alle Zeitschriften waren der klaren Ansicht, daß die ganzen Canons einfach nur saugeile Kameras sind, die alles andere wie Schulmädchenspielzeug dastehen lassen. In all den Zeitschriften ging es idR immer nur um Canon und Nikon… ab und zu ließ man wohlwollende Worte über Nikon fallen, aber idR war Canon das Nonplusultra – und da ich ja schon Canon besaß (haha… Knipsdings…), war klar, daß es wieder eine dieser überragenden Geräte sein sollte. Eine EOS 5D konnte ich mir nicht leisten. Das pißte mich auch an. Und selbst die nächstgrößeren waren weit jenseits dessen, was möglich war. Verdammt. Wäre übrigens eine 30D oder eine 40D gewesen.
Aber: die kleine Kamera (die 400D) sah sehr geil aus, fühlte sich toll an – so richtig groß und schwer… geil. Jetzt war ich auf dem richtigen Weg!!

Bildquelle: Canon

Gleich am ersten Abend habe ich mich drinnen und draußen hingestellt und meine ersten Photos geschossen.
Im Automatikmodus.

– Pause für Kopfschüttler –

Nachdem ich irgendwann begriffen hatte, wofür die ganzen Knöpfe und Räder eigentlich gut waren, kamen allmählich und Stück für Stück bessere Aufnahmen zum Vorschein. Keine guten – noch lange nicht – aber sie wurden besser. Und vor allem: ENDLICH HDR!!
O Mann…
Vor allem die HDR waren so dermaßen beschissen… aber ich mußte einfach von allem eine Belichtungsreihe machen – egal wo ich war und was das Motiv war… und wenn es noch so ungeeignet war: HDR war das Maß aller Dinge.

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Johanneskirche Leutershausen F22 nah

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Weinheim - Bahnhof - Februar 2010 - f9 - mit Zug - IMG_9321_2_3_4_5_tonemapped_scharf

2009 war es glaube ich, als ich mir mein ersten Telezoom gegönnt habe. Ein Tamron 70-300mm. Und natürlich hatte ich vom Crop-Faktor zwar gehört, aber nicht wirklich gerafft, was das eigentlich soll… und EF und EF-S? Hä?
Es war schon zu Ohren gekommen, daß da eine „Brennweitenverlängerung“ stattfindet… wie soll das möglich sein?! Magie? Alientechnik?

Ja, so war das…

Und dann habe ich tatsächlich eine Zeit gehabt, in der ich fast gar nicht mehr photographiert habe. Der Job hatte mich gut eineinhalb Jahre so dermaßen zwischen seinen fiesen Krallen, daß ich froh sein konnte, wenn die Woche inkl. Fahrzeiten nur 70 Stunden hatte… Da war an rumlaufen und photographieren nicht mehr zu denken. Nur noch an schlafen.

Irgendwann war aber auch das wieder vorbei und ich hatte schlagartig wieder Lust auf mein Hobby. Und auch wieder auf ganz viele HDRs…
Zum Glück wurden auch die HDR wenigstens teilweise etwas besser:
Weinheim im Winter

Tunnel bei Nacht

Jesuitenkirche Mannheim

Aber hier gilt, natürlich habe ich mit dieser Kamera (zum Glück) nicht nur totalen Mist produziert:
Hin und zurück

Aber auch da ist irgendwann der Groschen gefallen. Dann habe ich aus Unachtsamkeit… na ja, mehr Dummheit, meine Kamera zerstört – bzw. den Verschlußvorhang beschädigt – und ich habe eine Reparatur als absolut unwirtschaftlich empfunden. Was sie sicherlich auch gewesen ist – aber immer noch günstiger, als eine neue Kamera.
Nichts desto trotz habe ich mir eine neue Kamera als Übergangslösung gekauft: eine Canon SX50 SH. Superzoom – geil. Hey, die kann ja auch RAW – die ist bestimmt geil.

Bildquelle: Canon

Nein, ist sie nicht. Und damals ist dann auch der Groschen gefallen hinsichtlich der Bedeutung der Sensorgröße für das Freistellen von Motiven etc.
Mit dieser Kamera unterwegs zu sein war eine Katastrophe und zum ersten Mal merkte ich, daß ein bestimmtes Stück Ausrüstung meinen Ansprüchen nicht mehr genügte. Das Ding mußte weg.

Das eine oder andere Mal, kam aber auch was halbwegs brauchbares dabei raus:
Storch

Mannheim Mühlauhafen Panorama II

Es hat aber wieder einige Monate gedauert… aber zu diesem Zeitpunkt habe ich endlich angefangen, mich intensiver mit Herstellern und deren Modellen auseinander zu setzen und vieles zu hinterfragen. Ab einem bestimmten Zeitpunkt war klar: eine Vollformatkamera soll es werden. Besseres Rauschverhalten, besseres Freistellen, kein Umrechnen mehr bei der Brennweite usw.
Ich habe mir viel Zeit gelassen und meine Meinung sehr oft revidiert und mich immer wieder umentschieden.
Canon 5D III, Canon 6D, Nikon D600/D610, Nikon D800, Sony A99… diese waren alle in der engeren Wahl. Hauptsache groß und schwer, damit ich mich endlich mal wie ein Profi fühlen konnte. Ich Depp… – warum es am Ende dann die A99 geworden war, kann ich nicht mal mehr sagen. Ich weiß nur noch, daß ich vor der A7 stand und mir dachte: bäh, die is viel zu klein – ich hab Männerhände und will was anständiges haben… Ich Depp.
Und dennoch – ich habe meine A99 zwar letztlich verkauft, vermisse sie aber dennoch ein wenig – denn es ist eine wirklich hervorragende Kamera!!

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Auf jeden Fall hat auch dieser Kauf einmal mehr mein Hobby neu beflügelt und nach dem Interesse der letzten Jahre eine regelrechte Begeisterung geweckt. Mein erstes richtiges Bild mit der neuen A99 und dem Tamron 24-70mm war – glaube ich – das hier (jedenfalls eines der ersten):
Marktplatz, Weinheim

Tja, und ab da… ging es – das bilde ich mir zumindest ein – stetig aufwärts. Und zum Glück macht mir mein Hobby noch immer Spaß und ich suche wohl auch noch immer nach der nächsten photographischen Herausforderung.

Bis zum nächsten Mal, also 🙂

Familienzuwachs: Sony Alpha A7s

Guten Präabend, werte Leser 🙂

heute habe ich es nicht mehr ausgehalten… ich habe mir die Sony A7s gekauft; und zwar bei meinem Lieblings-Photo-Händler Besier-Oehling in Worms.

Und einmal mehr: der Laden ist einsame Spitze!!

(verkürzt dargestellte Kommunikation)
eMail: „Habt Ihr die A7s da?“
BO: „Ja, kostet EUR 1.999,-“
eMail: „Auch den LA-EA4?“
BO: „Ja, ebenfalls – können beides zurücklegen.“
–> Auto –> Shop –> $$

Der Service war wie immer klasse – habe noch an Ort und Stelle meine Kamera registriert und damit 2 Jahre Garantie bekommen.

Aber nun genug der Lobhudelei Richtung Worms 😀

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Die Kamera:
WOOOOOOOOOW!!
Der erste Eindruck ist ja bekanntlich der wichtigste, der letzte der bleibende. Und, Leute… als ich das Ding in der Hand hatte: klein, leicht, sexy.

Auf den nachfolgenden Bildern seht Ihr die Kamera neben meiner Minolta X-700 MPS (mit Sigma MD 70-210mm), neben der A99V mit Minolta AF 100mm f/2.8 Macro – auf der A7s steckt der LA-EA4-Adapter und das Minolta AF 70-210mm f/4 und einmal habe noch einen zweiten Adapter drangeschraubt und das Sigma an der A7s benutzt. Testphotos sind weiter unten auf der Seite.

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A7s neben A99V:
Die A7s ist – ohne Adapter und allem anderen gefühlt nicht einmal halb so groß, wie die A99 (insgesamt).
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Und hier noch einmal neben der Minolta X-700 MPS – die Verwandtschaft ist kaum zu leugnen 🙂
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An der Seite befinden die kleinen Klappen, wo Audio- und USB- und HDMI drin sind usw – das ist mir gleich aufgefallen: die sind aus Plastik – das wäre noch cool, wenn die aus Metall wären. Aber egal.

Die Haptik:
Warum die Leute immer behaupten, es sie unangenehm, daß der Auslöseknopf nicht vorne auf den Griff, sondern oben auf der Kamera steckt, verstehe ich nicht – ich habe automatisch und intuitiv die Kamera „richtig“ gehalten – sie ist eben geformt wie eine alte SLR; da stört gar nix, was das betrifft. Null.

Was aber in der Tat ziemlich fummelig und doch recht gewöhnungsbedürftig ist, sind die Knöpfe und Rädchen. An die kommt man teilweise ziemlich schlecht dran – es ist eben wirklich nicht so viel Platz, wie auf einer DSLR/SLT. Aber das ist – da bin ich mir sicher, einfach nur Gewöhnungssache.
Ansonsten ist das Handling super – mein allergrößter Kritikpunkt ist eigentlich bis jetzt, daß das Display nicht drehbar ist, wie bei meiner A99V – aber hey… Krümel in Brotkasten suchen ist das.

LA-EA4:
Derbst hochwertig verarbeitet. Da wackelt nix. Sitzt, paßt, „wackelt“ und hat Luft – also ääh, eben nicht 😀
Ich habe gleich einmal mein altes Minolta AF 50mm f/1.4 und das „Ofenrohr“ AF 70-210mm f/4 drauf gemacht – Wahnsinn. Und eines sei den Gewichtsnörglern mal gesagt: Meine A99V + Ofenrohr war schon sackschwer – mit der A7s ist das traumhaft. Von mir aus kann Sony ab jetzt monströse und dicke, lichtstarke Linsen anfertigen für das E-Bajonett – die Kamera macht viel wett; und mangelhaftes Balancing…? Hä? Ich hab auch das 80-200mm („weißer Riese“) drauf gemacht – geht super. Fühlt sich super an – die Kamera hängt halt hintendrauf und mal hält die Konstruktion am Objektiv – macht man bei solchen riesen Metall-Oschis doch eh – jetzt ist es nur leichter… so what’s the deal?!

Erste Testshots:
Dieses Baby werde ich, sobald ich Zeit habe, gegen die A99V antreten lassen. Bislang habe ich ja „nur“ A-Mount-Objektive – aber so kann ich A7s und A99 mittels SLT auf gleiche Augenhöhe bringen.
Im Hof und in meiner Küche habe ich vorhin ein paar Testaufnahmen gemacht… was soll ich sagen… ABARTIG!! Ich habe mit ISO 20.000 (ZWANZIGTAUSEND!!) Aufnahmen gemacht, die besser aussehen, als mit der A99V bei ISO 1.600.
Ich werde richtig aufgeregt, wenn ich das nächste Konzert-Shooting denke.

Sony A7s + Minolta AF 50mm f/1.4 @ f/2 & ISO 3200

Sony A7s + Minolta AF 50mm f/1.4 @ f/2 & ISO 3200

Das folgende ist der Hammer – schaut mal auf die noch immer vorhandenen Details auf den Blättern!!

Sony A7s + Minolta AF 50mm f/1.4 @ f/8 & ISO 20000

Sony A7s + Minolta AF 50mm f/1.4 @ f/8 & ISO 20000

Sony A7s + Minolta AF 70-210mm f/4 @ f/4, 130mm & ISO 20000

Sony A7s + Minolta AF 70-210mm f/4 @ f/4, 130mm & ISO 20000

Hier ist es noch krasser: selbst feinste Härchen sind noch immer problemlos zu erkennen und das bei ISO 20000!!

Sony A7s + Minolta AF 70-210mm f/4 @ f/4, 210mm & ISO 20000

Sony A7s + Minolta AF 70-210mm f/4 @ f/4, 210mm & ISO 20000

Nun noch zwei mit dem Uralt-Sigma – das Sigma hat mich schon öfter positiv überrascht, was es für eine Schärfe abliefern kann.

Sony A7s + Sigma MD 70-210mm 210mm & ISO 20000

Sony A7s + Sigma MD 70-210mm 210mm & ISO 20000

Sony A7s + Sigma MD 70-210mm 70mm & ISO 20000

Sony A7s + Sigma MD 70-210mm 70mm & ISO 20000

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Edit vom 30.04.2015: noch ein paar Testaufnahmen

Sony A7s + Minolta 100mm Macro @ f/13 - ISO 1000

Sony A7s + Minolta 100mm Macro @ f/13 – ISO 1000

Sony A7s & Minolta 100mm Macro - ISO 250

Sony A7s & Minolta 100mm Macro – ISO 250

Sony A7s + Minolta 100mm Macro @ ISO 640

Sony A7s + Minolta 100mm Macro @ ISO 640

Sony A7s + Minolta 100mm Macro @ ISO 320 (cropped)

Sony A7s + Minolta 100mm Macro @ ISO 320 (cropped)

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Als kleines Fazit vorab nach den ersten 20 bis 30 Minuten mit meinem neuen Spielzeug kann ich sagen: wenn das so weitergeht, ist es der Beginn der einer großen Liebe 🙂

Adobe Lightroom 6/CC: erste Eindrücke

Lightroom6

So, nach nun einigen Tagen mit der neuen Version von Adobes Lightroom 6 (in meinem Fall die Cloud-Version) habe ich ein bis zwei Eindrücke sammeln können.

HDR-Erstellung:
Das Feature funktioniert sehr einfach, dauert aber gefühlsmäßig deutlich länger als eine Prozess mit Photomatix Pro.

Die Panorama-Funktion habe ich noch nicht getestet.

Geschwindigkeit:
In meinem bescheidenen Fall kann ich keine großen Geschwindigkeitsvorteile bislang verbuchen (Macbook Alu Late 2008) – nun ist der Rechner auch schon etwas betagt, aber RAM-seitig und mit Hybrid-Platte eig ganz gut ausgerüstet – die Kiste läuft wie ein VW Käfer.
Beim Bildwechsel im Bibliotheksmodul und im Entwicklermodul kann es sein, daß es schon schneller ist, wenn erst einmal alle Vorschauen etc pp geladen wurden.
Allerdings: ich habe zwei RAWs in Photoshop bearbeitet, bzw. ein HDR erstellt und bearbeitet – die beiden Dinger lädt die Software immer wieder neu, sobald ich drauf klicke.

Abstürze:
Das neue Programm läuft leider bislang höchst unrund.
Entweder der Launcher in der Titelleiste hängt oder Lightroom stürzt alle Nase lang reproduzierbar ab (bspw. im Entwicklermodul, wenn ich die Bilder wechsle und vll im Hintergrund gerade ein anderes exportiert oder geladen wird).

Wer unbedingt die neue Version haben will, weil er vielleicht noch LR4 rumdümpelt und er vielleicht eine neue Kamera hat oder kein Photomatix und/oder kein Photoshop, der sollte wohl gleich wechseln.
Aber die, die noch Version 5 haben und mit anderen Hilfsprogrammen ausgerüstet sind, sollten vielleicht warten, bis die Version 6 die nötige Stabilität erreicht hat.

Und nun noch ein Shoplink für LR6, um den Blog zu unterstützen (ohne Zusatzkosten, versteht sich ;-))
Adobe Photoshop Lightroom 6 WIN & MAC (frustfreie Verpackung)

Gastbeitrag: User-Review der Olympus OM-D E-M10

Heute gibt es einen Gastbeitrag meines geschätzten Amateur-Kollegen Jan Schodder – dessen Flickr-Profil findet Ihr hier

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Bildquelle: Olympus.de

Vor ca. einem Jahr hatte ich mich als Besitzer einer damaligen Canon EOS 450 entschieden, eine neue Kamera muss her!

Was für eine Kamera will ich haben vs. welche Kamera benötige ich wirklich?

Bekannterweise ist das Angebot auf dem Kameramarkt doch sehr groß. Jeder sagt etwas anderes und die Werbung rät unbewusst zu den größten und teuersten Modellen. Daher hatte ich, und das empfehle ich jedem, der sich eine neue Kamera zulegen will auch, erst einmal zu überlegen, was möchte ich fotografieren, wie oft möchte ich fotografieren, wie flexibel möchte ich sein, wie sieht das Angebot an Objektiven für das Kamerasystem aus und natürlich: Was gibt mein Budget her.

Folgende Kriterien waren für mich wichtig:
– Die Kamera sollte möglichst kompakt sein, da ich die Kamera gern auf Reisen mitnehmen will
– Große Auswahl an qualitativ guten Objektiven
– Hochwertiges Gehäuse
– Natürlich: Gute Bilder mit entsprechenden Einstellmöglichkeiten an der Kamera
– Investition in die Zukunft: Gute Perspektive für weitere Kameras, falls man seine doch mal verkaufen möchte und die Objektive behalten will. Angebot/ Entwicklung für zugehörige Objektive.

Erst danach hatte ich mich mit Tests und Rezensionen befasst, sowie angefangen Kameras auch anzufassen. Auch das Anfassen ist für mich ein ganz wesentlicher Entscheidungsfaktor, der aus meiner Sicht in keinem Test objektiv bewertet werden kann und jeder selber entscheiden muss, liegt die Kamera gut in der Hand / ist die Bedienführung für mich logisch angeordnet. Daher: Kontra Internetversandhandel.

Vorteile einer Systemkamera

Relativ schnell stand dann meine Entscheidung fest, es sollte eine Systemkamera sein. Meine Meinung: Diesem Markt gehört ganz klar die Zukunft!
Der entscheidendste Vorteil: Die Größe und das Gewicht der Kamera und der Objektive, da der Spiegel nicht mehr benötigt wird. Sicherlich: Mit einer Vollformatkamera kann ich noch einmal mehr an der Qualitätsschraube drehen. Doch sollte man sich ehrlich die Frage stellen: Reize ich dieses wirklich aus, sodass bspw. ein Tausender mehr gerechtfertigt ist?

Der nächste Schritt: Aufgrund des positiv ausgefallenen „Grabbelfaktors“ und der entsprechenden Tests: Es sollte es eine OMD von Olympus sein.

Die OMD Familie verfügt momentan über drei Modelle: Der EM 1, der Profikamera zum Profipreis, der EM 5, für passionierte Hobbyfotografen, die zum damaligen Zeitpunkt jedoch von der Ausstattung gleichwertig bzw. z.T. schlechter war, als die EM10 und das kleine Biest, die EM 10.

Ganz bewusst habe ich mich für das kleine Modell der OMD EM 10 entschieden. Warum?

⁃ Aufgrund ihrer Größe ist sie sehr flexibel: mit dem Kit Pancake Objektiv passt sie sogar in größere Hosentaschen. Setze ich den optional erhältlichen Handgriff an, ist sie aber auch für größere Hände und schwerere Objektive sehr gut handelbar (von der Größe dann vergleichbar mit einer EM 1).
⁃ Sie hat diverse, sehr gute Art- und Kreativprogramme und unendlich viele Einstellungsmöglichkeiten, die ich, wie ich anfangs dachte, häufig nutzen werde (nun spiele ich doch eher nur noch mit den Standardeinstellungen wie Blende, Zeit, Belichtung +RAW Modus)
⁃ Die Bildqualität ist zu den größeren OMD Modellen vergleichbar.
⁃ Sie hat einen eingebauten Blitz
⁃ Ein 3-Achsen Bildstabilisator, der für mich ausreicht
⁃ Spritzwasserschutz brauche ich auch nicht, da ich doch selten im strömenden Regen fotografiere.
⁃ Da ich doch ab und an meine Kinder gerne mal filme, der gute Videomodus.
⁃ Das Gehäuse ist sehr hochwertig -schicker Retro-Look, wenig Plastik wurde hier verbaut. Trotz der kompakten Bauweise bringt sie immerhin 400g auf die Waage.
⁃ Der elektronische Sucher ist super scharf und schnell
⁃ Sehr schneller und exakter Autofokus.
⁃ Ein schwenkbarer 3 Zoll Touchscreen, der sich gut und intuitiv bedienen lässt.
⁃ Die Live-Bulb Funktion, für lange Belichtungszeiten, bei denen man auf dem Touchscreen und Sucher sehen kann, wie sich das Bild aufbaut.
⁃ Ein nettes Zusatztool: Sie lässt sich über WiFi und optional erhältlicher App über das Handy fernsteuern und auslösen. Wirklich nett bei Außenlangzeitbelichtungen wenn es draußen kalt ist und man sich mit dem Handy ins Warme setzt. Speziell interessant mit der Bulb Funktion. Des weiteren spart man sich einen Fernauslöser.
⁃ Die Anzahl an Objektiven ist riesig, da auch die Objektive von Panasonic (ebenfalls MFT Format) verwendet werden können. Die Palette reicht von günstigen Objektiven bis hin zu Staub- und Spritzwassergeschützen Top-Modellen von Leica.

Der für mich mit entscheidendste Faktor auf das günstigere Modell zu setzen: Den Fokus auf gute / sehr gute Objektive setzen und das eingesparte Geld in entsprechende Linsen investieren!

Was fehlt / was könnte besser sein?

⁃ Der Akku ist doch relativ schnell leer (250 Bilder). Statt eines optional erhältlichen Handgriffes wäre ein Batteriegriff für mehr Leistung und sicheres Handling doch sinnvoll gewesen.
⁃ Ein zweites Fach für SD Karten wäre schön
⁃ niedrigere Serienbildrate
⁃ kein Accessory-Port zum Anschluss diverser Extras (Mikrofoneingang, Makrolicht,…)

Doch hier hat Olympus auch verstanden und zugehört. Diese Punkte findet man in der neuen OMD EM5.

Anmerkung zu den Objektiven

Die Bilddiagonale von Micro-Four-Thirds-Sensoren ist gleich derer des Four-Thirs Standards und beträgt mit 21,63 Millimetern exakt die Hälfte der Diagonale des Kleinbildformates (43,267 mm), was einem Formfaktor von 2,0 entspricht. Somit ist die Brennweite des Objektives x2 zu rechnen, um einen Vergleich zu Standardobjektiven zu bekommen (also: ein MFT 12-40 entspricht einer herkömmlichen Brennweite von 24-80)
Reviews der OMD EM10 – meistens mit Testbildern – findet man bei dpreview.com, thephoblographer,com, trustedreviews.com, cnet.com, ralfs-foto-bude.de etc.
 Interessant ist, dass die Bildqualität mit dem Kitobjektiv 14-42mm als „good, not great“ beurteilt wird. Das ändert sich wenn das 12-40 f/2.8 Objektiv an die Kamera geschraubt wird und bestätigt meine Empfehlung lieber die preiswertere EM10 Kamera zu nehmen und das gesparte Geld in das teuere 12-40mm PRO-Objektiv zu stecken.
Was Olympus aus meiner Sicht sehr clever gemacht hat, der Bildstabilisator ist in der Kamera verbaut und nicht in den Objektiven, sodass diese nochmals günstiger (er wird nur einmal gekauft und das in der Kamera) und vom Gewicht leichter gebaut werden können.

Fazit:
Die EM 10 ist eine wirklich tolle kompakte, qualitativ hochwertige und flexible Kamera, die klasse Bilder liefert und mit der man wenig verkehrt macht. Die Auswahl an erhältlichen Objektiven (die Zuiko Objektive sprechen für sich) ist groß. Wie auch die Systemkameras sind die Objektive klein und kompakt und somit einfach und schnell mitzunehmen.
Daher: Ein verlässlicher Partner, den man immer dabeihaben kann.
Als Alternative:
Mit der neuen Schwester, der EM 5 Mark 2 hat Olympus jetzt eine neue Kamera herausgebracht, die zwar etwas teurer ist, aber speziell auf Hobbyfotografen abgestimmt ist, die entsprechendes Zusatzequipment verwenden wollen.

Die Spezifikationen der Kamera bei Olympus.de

Beispielaufnahmen aus Jans Profil bei Flickr:

Hanging on a small rope...

What happens without using wrinkle-cream

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Erfahrungsbericht: Fotofachhandel Schmitter in Erkelenz

Außerhalb der Reihe zu den Fotofachgeschäften im Rhein-Neckar-Gebiet: gestern war ich ja on Tour in NRW und kam in das Städtchen Erkelenz. Erkelenz hat knapp 43.000 Einwohner verteilt auf eine große Anzahl an Dörfern und Gemeinden im Umkreis (Jackerath, Immerath usw.). Ich fühlte mich durchaus ein wenig an Weinheim erinnert oder auch an Grünstadt – wie so eine Mischung aus den beiden, aber mit mehr Betrieb und nicht so zerschossen.

Am Marktplatz in Erkelenz (Markt 15) gibt es Foto Schmitter. Ein kleines Geschäft, in dem ich aber sehr freundlich bedient wurde. Überhaupt kam mir die Gegend um Erkelenz als sehr herzlich vor. Ich habe – wie zuvor auch – nach einem Lowepro Flipside 400 gefragt, wohl erkennend, daß das Ladengeschäft sehr klein ist und auch einige Rucksäcke „rumliegen“. Der Besitzer (?) eilte ins Lager, hatte aber leider keinen da. Hier scheint sich bemerkbar zu machen, daß es auch einen Online-Shop des Geschäftes gibt. Es liegt zwar nicht alles auf der Verkaufsfläche rum, es gibt aber noch ein bißchen was „hinten“.

ND-Filter waren leider keine verfügbar; Polfilter gab es von B+W (schön) zu akzeptablen Preisen, nur leider nicht mit 72mm oder 49mm. Wäre aber kein Problem gewesen, die zu besorgen – aber ich war ja nur auf der Durchreise.

Im Schaufenster lag eine Sony A58 für 399 Euro samt Kit-Objektiv. Sehr gut. Daneben noch diverse andere mit vergleichender Werbung 😉 – man orientierte sich am Preis des MediaMarkt und lag darunter. Sehr fein das.

Wer also dort wohnt (in der Nähe des Braunkohlebergbaus Garzweiler), dem sei dieses Geschäft wärmstens empfohlen. Alternativ: Online – http://www.foto-schmitter.de

Sony A99V: ein Erfahrungsbericht

Vorgeschichte:
Als Kind bekam ich von meinem Vater eine Kamera geschenkt. Ich war etwa 10 oder 11 Jahre alt und kam in den Genuß einer heute als Legende geltenden Kamera: Minolta X-700 MPS. Bis heute die am längsten produzierte SLR von Minolta. Sie wurde ab 1981 produziert und war die letzte manuelle Spiegelreflexkamera, bevor die Minolta 7000 als erste Autofokuskamera des Herstellers das Licht der Welt erblickte (1985).
Die Liebe war entfacht, aber kurzlebig.

Erst 2005 bin ich zur Photographie zurückgekehrt, als für einen Festivalbesuch eine Kamera her mußte. Das war die Canon Digital IXUS 30 mit sattem 3MP-1″-Sensor. Für mich eine Revolution. Der Sucher war besch…eiden, aber aufgrund des Monitors auch überflüssig. Das ist bei der A99 übrigens genau anders herum.

Dieses Modell hat mich über zwei Jahre beinahe jeden Tag begleitet. 
2007 dann bin ich ins (D)SLR-Lager zurückgekehrt mit einer Canon EOS 400D (10 Megapixel). Dazu gab es das 18-55mm Kitobjektiv und später ein Tamron 27-300mm ohne VC.
Diese Kamera habe ich 2013 kaputt gemacht. Es folgte als Zwischenlösung eine Canon SX50 HS Superzoom, bei der ich schnell merkte, daß mir deren Möglichkeiten deutlich zu limitiert waren. Max. 15 sek. Belichtungszeit, ein sehr kleiner 1″-Sensor und ein lichtschwaches Objektiv… das konnte nur eine Zwischenlösung sein auf dem Weg zur neuen DSLR.

Und die kam langsam… Es hat lange gedauert, bis ich die für mich sinnvollste Kombination entdeckt hatte. Mehrfach war ich kurz davor, zu Nikon zu wechseln, bei Canon zu bleiben… D600, 70D, D800, 6D oder doch was ganz anderes…? Und am Ende wurde es die Sony A99V.
Die Kamera bot mir das, was ich zu diesem Zeitpunkt am ehesten wollte: cooles Design, ein wegen Minolta riesiger Park an gebrauchten Objektiven, hervorragende Funktionalität und einen Vollvormatsensor.

Der Erfahrungsbericht:
Vorab: das wird kein professioneller Test mit irgendwelchen Charts oder dergleichen.

Die A99V ist ein kleines Meisterwerk mit Abzügen in der B-Note. Man geht immer irgendeinen Kompromiß ein… 
Regelrecht aus den Socken gehauen hat mich der elektronische Sucher.  Ich habe in der Tat optisch keinen Unterschied bemerkt und wenn ünerhaupt, dann fast nur Vorteile. Der für mich einzige Nachteil ist, daß man nur bei eingeschalteter Kamera was sieht. Ansonsten aber ist er ein echter WYSIWYG-Sucher, der auch sämtliche Details und Menüs des Bildschirms auf der Rückseite anzeigen kann und darüber hinaus eben immer das Bild vor der Aufnahme so anzeigen kann, wie es letztlich auch aussieht, wenn man abdrückt.
Der Sucher ist extrem hoch aufgelöst, hell und bietet eine 0,71-fache Vergrößerung und 100% Abdeckung.

Der Sucher dreht vor allem wegen Sonys eigener SLT genannten Spiegeltechnik auf. Sonys Spiegel ist kein Klapp- sondern ein fest installierter, lichtteildurchlässiger Spiegel.
Dadurch gelangt immer Licht in den Sucher und gleichzeitig auf den Sensor, sodaß die Kamera permanent im Live-View arbeitet. Letzteres hat einen erheblich höheren Stromverbrauch zur Folge, den man beim Kauf in Betracht ziehen muß. Ein zweiter Akku ist eig ohnehin fast immer Pflicht, hier aber tatsächlich unentbehrlich.

Im Zusammenspiel mit dem Spiegel arbeiten bestimmte Objektive mit dem neuen Phasen-Autofkus. Und das ist ein Vor- und gleichermaßen ein Nachteil. Denn dieser AF ist, wenn überhaupt, nur für Sony-Linsen (nicht Minolta), nicht für absolut alle und als letztes für Zeiss-Objektive verfügbar.
Gläser von Drittherstellern werden nicht unterstützt. Das hat zur Folge, daß man, wie ich, z.B. beim Tamron SP 24-70mm Di USD nur die paar, leider nur sehr zentrierten Felder des Kontrast-AF verwenden kann. Und der sitzt nicht immer sofort.

Davon abgesehen hat mich das Rauschverhalten der Kamera mehr als überzeugt. Bis ISO 6400 sind die Bilder – je nach Anwendungsbereich – nahezu uneingeschränkt nutzbar.
Wer jetzt unkt, dies sei eine Paradediesziplin von Nikon, dem sei gesagt, daß Nikon seine Sensoren bei Sony einkauft.

Ich selbst nutze derzeit erst zwei Objektive: das besagte Tamron 24-70mm, das dem Zeiss 24-70mm beträchtlich nahe kommt, sowie das alte kleine Minolta „Ofenrohr“ AF 70-210mm f4, das seinen Dienst tadellos verrichtet. Jedenfalls von der mechanischen Seite her, die optische ist sehr durchwachsen, aber dafür kann die Kamera nichts.

APS-C-Objektive lassen sich auch nutzen, wobei dann aber nur ein entsprechender Ausschnitt des Kleinbildsensors genutzt werden kann.

Von der Haptik her ist die Kamera einfach klasse. Sicher: ein großer Brummer, aber gerade das mochte ich. Ich kann mir zwar vorstellen, auch mit einer kleineren, leichteren A7 zu arbeiten, aber letztlich eher als Zweitbody.

In die A99 passen zwei Speicherkarten entweder im SD-Format oder auch Sonys eigene MemorySticks Pro Duo.

Einen eingebauten Blitz gibt es nicht, damit will Sony den (semi-) professionellen Charakter der Kamera unterstreichen. Nun, das kann man sehen, wie man will.

Übrigens besitzt die A99V einen Standardblitzschuh.

Die Menüführung ist simpel und intelligent, sowie beinahe komplett selbsterklärend. Alles andere erledigt das wirklich sehr gute Handbuch.

Auf der Rück- und Oberseite befinden sich zahlreiche Knöpfe für funktionelle Direkzugriffe. Sehr praktisch – vor allem der Joystick. Dieser ist mir deutlich lieber als irgendwelche Wahlräder.

Über Videofunktionen kann ich leider keine Auskunft erteilen, da ich nicht filme. Ich weiß aber, daß sich neben Mikrofonen etc zahlreiches professionelles Equipment anschließend läßt, um mit diesem Sahnestück an Technik hochwetige Spots und Filme drehen zu können.

Hat man sich mit der Lage der einzelnen Tasten einmal vertraut gemacht, läßt sich die Kamera fast blind bedienen. Vor allem, weil eben auch im Sucher sämtliche Einstellungen vorgenommen werden können.

Ich kann und will hier keinen 1.000-Seitentest mit allen technischen Gimmicks abliefern. Die ganzen Infos gibt es seit langem im Netz zum Nachlesen.
Die Funktionsvielfalt ist für einen Aufsteiger nahezu erschütternd groß, wenn man vorher mit kleinen, alten Kameras gearbeitet hat. Aber irgendwann will man das nicht mehr missen.
Motivprogramme gibt es haufenweise, die aber idR nicht im RAW-Modus zur Verfügung stehen.

Fokuspeeking, Einstellen der Focusrange, einen lautlosen Klick- und Drehknopf an der Vorderseite, sämtliche Tasten frei belegbar, eingebautes GPS-Modul, im Kamerabody integrierter Bildstabilisator, komplett klapp- und drehbares Display, elektronische Fokusweitenbegrenzung… die A99V ist ein Traum.

Was ich liebe ist, daß man den AF trotz der sehr engen Fokusfelder sehr gut nutzen kann. So ist es möglich, einen Punkt anzuvisieren, zu fokussieren und diesen Fokus dann zu halten, um anschließend ggf das Framing etc anzupassen, ohne, daß der Fokus verloren geht.

Nicht gefallen tut mir, daß der BULB-Modus nur mit Fernbedienung funktioniert und man während der Aufnahme die Aufnahmedauer nicht angezeigt bekommt.

Ein epischer Fehler ist Sony bei der Firmwareaktualisierung unterlaufen. Es gibt das Update zwar für den Mac, das Programm läuft aber nur im 32bit-Modus. Wer also aktuelle Mac OS-Versionen nutzt, muß mühselig den Rechner im 32bit-Modus neu starten oder, wie es der Sony-Support auf meine Nachfrage formuliert hat: sich einen Windowsrechner suchen…

Ansonsten braucht die Kamera subjektiv recht lange, bis sie betriebsbereit ist.

Es ist, wie immer im Leben, nicht alles Gold was glänzt. Nach den Abzügen in der B-Note bleibt aber noch immer eine ganz hervorragende Kamera, die so ziemlich jeden Enthusiasten, VF-Aufsteiger und (Semi-) Profi glücklich machen sollte.

Abschließend sei noch vermerkt, daß vermutlich zum September auf der Photokina die neue A99V Mark II vorgestellt werden wird.

Nachtrag zum Ofenrohr: Minolta AF 70-210mm f4

Gestern hatte ich Gelegenheit, mein kleines Ofenrohr in seiner sozusagen natürlichen Umgebung zu testen.
Auf einer Geburtstagsfeier in einem schattigen Garten. Die Sonne war hell und die Feier fand unter einem großen Nußbaum statt.

Hatte ich vorher in durchaus vergleichbaren Situationen heftige Probleme mit der Bildqualität, kamen dieses Mal eine ganze Reihe knackscharfer Photos heraus mit null oder minimalen chromatischen Aberrationen, trotz teilweise starker Kontraste.

Das Objektiv kommt mir vor wie der optische Jackyll & Hyde der Photographie.

Einmal sind Bilder zum Fürchten, einmal ein wahrer Augenschmaus. Für die gezahlten 130 Euro ist das mE noch immer zu wenig, aber ich bin besänftigt. Mal sehen, ob sich irgendwann die optimalen Paramater zur Nutzung herauskristallisieren. Aber das gestern war schon nah an der Perfektion.

Empfehlen kann ich das Glas dennoch nur sehr bedingt. Wer aufgrund von Budgetgrenzen den wichtigen Brennweitenbereich von 70 bis 200mm abdecken muß, kann hier eine brauchbare Übergangslösung finden. Irgendwann aber geht an einem Sigma oder Tamron (f2,8) kein Weg mehr vorbei. Die herstellereigenen Linsen müssen es nicht unbedingt sein.

Als Alternativen zum Ofenrohr gibt es z.B.:
Sigma 70-200mm F2.8 EX DG OS HSM
Tamron SP 70-200mm F2.8 Di USD VC
Tamron SP 70-300mm F4-5.6 Di USD VC
Sony SAL 70-200mm G F2.8 SSM
Sony SAL 70-400mm G II F4-5.6 SSM
Sony 70-300mm F4,5-5,6 SSM G
Canon EF 70-200mm L IS
Nikon AF-S Nikkor 70-200mm F2.8 G ED VR II

Erfahrungsbericht Tamron SP 24-70mm Di USD (VC)

Das o. g. Objektiv habe ich vor ca. 2 Monaten gekauft und nutze es seither an meiner Sony Alpha A99V (Vollformat).
Für mich stand seinerzeit die Überlegung im Raum: Muß es das extrem teure Zeiss sein oder genügt das Tamron? Wir sprechen hier von einem extremen Preisunterschied bei absolut vergleichbarer Leistung.

Das Sony Vario Sonnar T* 24-70mm F2.8 ZA SSM Carl Zeiss (77mm Filtergewinde) kostet derzeit ca. EUR 1.800,-
Das Tamron SP 24-70mm Di USD (VC) (82mm Filtergewinde) kostet ca. EUR 800,-

Vorteile des Zeiss sind die Schärfe in den Randbereichen bei Offenblende; hier liegt das Tamron zurück, aber in der Tat nur minimal und in der Praxis kaum wahrnehmbar. Das Tamron glänzt davon abgesehen auch mit einem Schutz gegen Staub und Spritzwasser; eine Eigenschaft, die das Zeiss nicht hat. Und das bei dem Preis!!
Ein kleiner Nachteil ist beim Tamron zu verzeichnen: das hintere Glas hat keine eigene Linsenabdeckung. Das heißt, daß mein Zoomen die Linsen quasi offen ein- und ausfahren und so letztlich ggf doch Staub (evtl. vom Kamerainneren) ansaugen können.

Ästetisch und haptisch legt das Zeiss natürlich eine Glanzleistung hin. Der Metalltubus ist schön und fühlt sich extrem hochwertig an. Das Tamron ist im Wesentlichen aus hochwertigem Kunststoff verarbeitet, wirkt aber nicht weniger edel. Es ist zudem sehr gut ausbalanciert für seine gut 800g. Der Fokusring läuft sehr sachte, der Zoom ist stabil. Einzig kurios ist die Feststelltaste für den Zoom, diese funktioniert nur bei eingefahrenem Tubus (24mm), wo sie im Grunde nicht benötigt wird. Bei 50mm oder 70mm etc kann man den Zoom nicht arretieren. Schade.

Von der Abbildungsleistung her hat mich das Glas absolut begeistert. Ich habe keinerlei chromatische Aberrationen feststellen können; lediglich die Lens Flares können manchmal etwas problematisch sein; aber das stört mich ebenfalls bei diesem Preis nicht wirklich, zumal auch das Zeiss hier zu kämpfen scheint. Schade ist nur, daß – nutzt man das Tamron eben dan der Sony-Kamera – deren neue auf dem Chip integrierten 102 Fokusmeßpunkte nicht genutzt werden können, denn diese funktionieren nur mit Sony-Objektiven; die übrigen 19 Meßfelder funktieren aber – ich hatte bislang dadurch keine wirklichen Einschränkungen.

Tamron hat hier ein kleines Meisterstück abgeliefert, das der überteuerten Konkurrenz nicht wirklich nachsteht. Zudem häufen sich mittlerweile die Berichte, daß das Zeiss nach kurzer Zeit (zwei bis drei Jahre) bei vielen Nutzern den Geist aufgibt und die Reparatur teurer ist als ein neues Tamron. Letztere gewähren zudem 5 Jahre Garantie, einen Service, den Sony nicht bietet bzw. sich sehr teuer bezahlen läßt. Ist die 2-jährige Garantie/Gewährleistung abgelaufen, gibt es null Toleranz und Kulanz. Für einen solch großen Konzern mit einer durchaus fragwürdigen Preispolitik ein sonderbares Gebahren.

Ich habe den Kauf bislang jedenfalls nicht bereut. Das Tamron SP 24-70mm Di USD (VC) ist groß, schwer, stabil, fühlt sich toll an, ist scharf und ein echter Gewinn für jede Photoausrüstung.

Testbilder zum Objektiv gibt es hier: https://www.flickr.com/photos/118085815@N07/sets/72157641218039553/

 

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