12 Megapixel im Großformat drucken – Der Test

Ich bin ja seit einiger Zeit (einigen Monaten) mit mir am hadern, welche Kamera ich mir als nächstes kaufen möchte. Auch ich habe das G.A.S. (Gear Acquisition Syndrome) und bin nicht vor den neuesten Marketing-Gags der Hersteller gefeit. Aber… – es gibt immer ein Aber – so ganz kann man die Vorteile einer hochauflösenden Kamera nicht von der Hand weisen. Ich habe dutzende und aberdutzende von Tests und Berichten gelesen, habe mir Bilder runtergeladen ohne Ende, um Vergleiche ziehen zu können und kann nun endlich wie Dr. Faust sagen: „hier steh ich nun ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor.“

Vor einiger Zeit habe ich meine Sony A99 verkauft, um mir das Zeiss FE 16-35mm f/4 kaufen zu können. Es fiel mir nicht leicht, aber ich wollte voll auf das FE-Bajonett setzen, denn die Objektive dort sind gut und leicht, wenngleich nicht so lichtstark (wobei sich das ja jetzt inzwischen erledigt hat). Eine A7s nenne ich seit ca. 1 Jahr mein Eigen und bin eigentlich recht zufrieden. Die Kamera hat zwar nur einen Kontrast AF, aber ich photographiere keinen Sport… sie hat auch keine der anderen modernen Features einer A7r II oder A7 II etc. – bislang hat mich das nicht sonderlich gestört. – Also, warum brauche ich was „besseres“? –> G.A.S.

Die A99 hatte 24 MP Auflösung. Die gedruckten Photos sind sehr scharf und von sehr guter Qualität mit sehr vielen Details (ohne Vergleichsmöglichkeit) und es macht mir viel Freude, sie auch aus kürzester Distanz zu betachten (einige Zentimeter).

Nun also zur Gretchenfrage (um bei Faust zu bleiben): kann das die A7s auch?
… oder muß ich mir doch eine A7r II kaufen…? Auch wenn es eine A7 II ebenso täte…

Ich will eigentlich keine zwei Kameras mit unterschiedlichen Auflösungen rumtragen. Noch nicht.
Aber den Vorteil von zwei Kameras mit zwei Brennweiten/zwei Zooms möchte ich unbedingt wieder genießen. Es geht eben doch oft darum, schnell das eine bestimmte Photo zu schießen – und das geht nunmal nicht, wenn man erst das Objektiv wechseln muß – es gibt aber noch andere Gründe.

Meine Kaufentscheidung könnte sein: eine zweite A7s
Nein, keine A7s II, auch wenn mich der Bildstabilisator extrem reizt. Na ja, wer weiß, was ich für unisinnige Dinge noch anstelle…

Also habe ich mich dazu entschlossen, eines meiner Photos groß drucken zu lassen. Genauer gesagt im Format 90 x 60 cm. Das entspricht ungefähr DIN A1.
Testen werde ich das ganze mit diesem Photo:
The Wanderer

Und wenn hier all die feinen Details des Baumstammes und des Mooses zu sehen sind und die Qualität bei ca. 1m Betrachtungsabstand (und vll auch noch etwas darunter) noch sehr gut ist, dann werde ich wohl bei der geringen Auflösung von 12 Megapixeln bleiben.
Das ganze ist ein etwas kostspieliger Test… denn das Photo kostet inkl. Holzrahmen und Versand fast 80 Euro. Aber was tue ich nicht alles für meinen Blog 😀 – und natürlich für mich 🙂

Daß A3 überhaupt kein Problem ist, nicht einmal mit hohen ISO-Zahlen, habe ich mir schon bewiesen. Unten stehendes Photo habe ich für mein A3 quer-Photobuch bereits drucken lassen und es sieht phänomenal aus. Und das bei ISO 12.800 und einer uralten Minolta-Linse.
Best Friends

Ich bin also guter Dinge und hoffe das Beste. Eine solche Erkenntnis, wie ich sie plane, würde meinem Geldbeutel gut tun. Denn ich spare Geld für eine teure Kamera, die ich nicht brauche (es sei denn, ich Ochse schlage doch bei der A7s II zu – eigentlich schaffe ich es immer, mir alles schön zu reden…) und könnte das verbliebene Geld in ein Objektiv investieren. Oder in einen AV-Verstärker, den ich schon sehr lange haben will… aber Photographie geht vor Film-Sound und Musik.

Den Druck habe ich heute in Auftrag gegeben; das Bild wird wohl Anfang/Mitte der kommenden Woche bei mir ankommen und dann werde ich hier berichten, wie das Ergebnis ist.
Gedruckt wird das ganze aus einer JPEG, die aus einem (komprimierten) RAW entwickelt wurde. Das JPEG hat gerade mal 7,1 MB (sehr schonend für den Festplattenspeicherplatz); aufgenommen wurde das Photo eben mit der A7s und dem Zeiss FE 16-35mm f/4 – sollte als hochwertige Kombination genügen. Das Bild wurde in Lightroom bearbeitet und als 300dpi JPEG exportiert – die Aufnahme erfolgte übrigens bei ISO 400.
Drucken lasse ich bei myposter.de, das Bild bekommt einen Holzrahmen ohne Passepartout.

Ich bin gespannt…

Dritthersteller von Objektiven: Welche gibt es?

Neben den herstellereigenen Objektiven, gibt es eine Reihe namhafter Produzenten, die für die meisten Systeme Objektive mit entsprechendem Bajonett anbieten. Die relevantesten sind: Tamron und Sigma

Daneben gibt es noch Tokina und Samyang (auch bekannt mit den eigenen Zweitmarkennamen Walimex, Vivitar, Prakticar, Rokinin, Bower und Pro-Optic; alles derselbe Hersteller). Tokina baut hauptsächliche Linsen für Canon- und Nikon-Systeme. Samyang bislang ausschließlich Linsen mit manuellem Fokus.

Carl Zeiss ist zwar auch ein Dritthersteller, hat aber einen (mehr oder weniger) exklusiven Vertrag mit Sony, sodaß zum Großteil nur für diese entwickelt und produziert wird (Ausnahmen wie das Zeiss Otus und andere gibt es aber).

Das sind die, die man kennen sollte und die eine Rolle spielen.

 

Nun ist es nur noch wichtig zu wissen, wie man deren Glas unterscheiden kann, denn sie produzieren alle sowohl für das Kleinformat, als auch für APS-C-Sensoren.

Bei Tamron erkennt man das an den Kürzeln Di bzw. Di II im Namen der Objektive. Di steht für Vollformat und Di II für APS-C. Auch für Sonys E-Mount gint es eine einzige Linse mit dem Kürzel Di III. Beispiel für Vollformat ist das Tamron SP 24-70mm 2.8 Di VC USD (Super Performance (=hohe Klasse Tamrons), Vollformat, Vibration Compensation, Ultra Sonic Drive). Ein Beispiel für ein APS-C-Objektiv ist SP 60mm f2.0 Di II Macro.

Bei Sigma steht das Kürzel DG im Namen für das Vollformat, das Kürzel DC für APS-C-Größen. DN sind für spiegellose Systemkameras.

Bei Tokina steht FX für Vollformat und DX für APS-C.

Bei Samyang bin ich selbst noch nicht ganz durchgestiegen, muß ich gestehen. Ich glaube aber, daß IF für das Vollformat steht und CS für APS-C. Von Samyang gibt es auch für spiegellose Systeme Linsen, bei denen ich aber keine Kennzeichnung erkenne (könnte NCS sein…); für Micro Four Thirds ist das Kürzel MFT.

Bei Zeiss-Objektiven gilt eine ähnliche Nomenklatur wie bei den Objektiven von Sony. Hier ist die deutsch-japanische Kooperation übrigens irgendwie Tradition. Schon Minolta war ein deutsch-japanisches Unternehmen und geht zurück auf das 1928 gegründete Nichi-Doku Shashinki Shōten (日独写真機商店, „japanisch-deutsches Kamerageschäft“); Minolta ist eine Abkürzung für Mechanismus, Instrumente, Optik und Linsen von Tashima. Sonys Bezeichnung beginnt immer SAL oder SEL – SAL für das Alpha-Bajonett und SEL für das E-Bajonett der spiegellosen Systemkameras. Wenn irgendwo im Namen ein Z auftaucht, ist es ein Zeiss-Objektiv. Bspw.: Sony SEL35F28Z (Sony E-Mount 35mm f2.8 Zeiss). Eine besondere Kennzeichnung für das Vollformat am A-Bajonett gibt es nicht – hier funktioniert es nur über das Ausschlußverfahren. Das Kürzel FE bezeichnet Vollformat-Linsen für spiegellose Systemkameras. Das Kürzel DT steht für Objektive am A-Bajonett und APS-C-Sensoren. Das Kürzel E steht für APS-C-Linsen an spiegellosen Systemkameras. ZA wiederum sind Zeiss-Optiken entweder im Vollformat oder im APSC-Format, A oder E. Leicht verwirrend. Hier muß man weiterhin nach dem E suchen für E-Mount oder DT für APS-C usw… APS-C + E + Zeiss erkennt man, soweit ich weiß, nicht ohne weiteres…

Bei Canon ist das alles deutlich enfacher: EF = Vollformat, EF-S = APS-C.

Gleiches gilt für Nikon: FX = Vollformat; DX = „APS-C“

Bei Olympus, Fuji und Pentax kenne ich mich überhaupt nicht aus… da geht es ja teilweise wieder um Micro Four Thirds.