Nach den Unwettern im Odenwald

Ok, der Titel trifft es nur teilweise, denn die Aufnahmen unten sind nur in Wilhelmsfeld entstanden und nicht im ganzen Odenwald – aber unsere Region hat es in den vergangenen Tagen ganz schön erwischt. Als ich heute von Wilhelmsfeld runter nach Schriesheim gefahren bin, kamen noch immer Sturzbäche die Böschungen runter und haben Geröll und Morast über die Straßen gespült. Weiter oben, z. B. in der Nähe von Hesseneck muß es richtig übel gewesen sein, dort hat es reihenweise Autos die Straße runtergetragen.
Morgen bin ich wieder im Odenwald unterwegs und schon gespannt, war dort alles passiert ist – die Natur rächt sich immer öfter und heftiger; auch an Orten, an denen es so etwas noch nie gegeben hat…

Die beiden Aufnahmen zeigen demgegenüber eine gewisse Ruhe.

Fahrt ins Licht

Foggy Forest

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Die Bildwirkung unterschiedlicher Brennweiten

Ich muß diesem Beitrag eines vorweg sagen, nämlich daß die Location nicht optimal zur Verdeutlichen dessen dient, was ich eigentlich schreiben wollte – daher werde ich den Beitrag demnächst noch einmal ergänzen oder wiederholen.
Ein gerader, ebener Weg in einem Wald oder eine Allee oder ähnliches wäre hier besser geeignet – und das hole ich rasch nach 🙂

Aber für den Anfang – ich war eben gerade dort und nicht woanders 😀 – soll das genügen.

Daß man auf den Objektiven die Brennweite zur Unterscheidung angibt, hat sich inzwischen als Standard etabliert, ist aber eigentlich nicht ganz korrekt. Eigentlich sollte der Bildwinkel draufstehen, damit man einen Eindruck davon bekommt, was man sieht – zudem berechnen einzelne Objektivhersteller ihre Linsen wohl irgendwie unterschiedlich, denn wenn man bspw. die 70-200er von Canon, Nikon, Tamron und Sigma miteinander vergleicht, ist auf dem einen mehr Bild drauf, als auf den anderen…
Nicht umsonst geben die Hersteller in den Detailangaben den Bildwinkel immer mit an.

Kommen wir nun zu den Aufnahmen.
Nachfolgend habe ich folgende Brennweiten aufgenommen:
16mm, 24mm, 28mm, 35mm, 45mm, 50mm, 70mm, 100mm, 135mm, 200mm

Es kann sein, daß die Bildergebnisse ein klein wenig vom optimalen Ergebnis abweichen; ich habe zwar ein Stativ benutzt, aber aufgrund des LA-EA4-Adapters ragt die Kamera einige mm weiter nach hinten, da die Stativschelle am Adapter sitzt – ich habe bei drei der Aufnahmen das 80-200 von Minolta daher nur auf dem Stativ abgestützt – bei den 50mm mit dem Tamron war es aber am Adapter befestigt.

Die verwendeten Objektive:
16mm bis 35mm: Sony/Zeiss FE 16-35mm f/4
45mm: Minolta MD 45mm f/2
50mm bis 70mm: Tamron SP 24-70mm f/2.8 Di USD
85mm: Samyang 85mm
100mm bis 200mm: Minolta AF 80-200mm f/2.8 APO G HS

Alle Aufnahmen sind mit Blende f/8 entstanden im Modus A (Blendenpriorität/Zeitautomatik).

16mm

16mm

24mm

24mm

28mm

28mm

35mm

35mm

45mm

45mm

50mm

50mm

70mm

70mm

85mm

85mm

100mm

100mm

135mm

135mm

200mm

200mm

Zwei sachliche Kirchen in Käfertal

Heute hatte ich Lust auf Architektur, nahm aber – eigentlich untypisch – nur mein Minolta 45mm und mein Samyang 85mm mit.
In Mannheim-Käfertal gibt es ein „nettes“ Viertel zwischen Mannheimer Straße und Aubuckel, in welchem ein paar häßliche, aber interessante Gebäude stehen. Einige davon sind wohl der „Neuen Sachlichkeit“ zuzuordnen. Nachdem ich ein wenig umhergestreunt war, habe ich mich vor allem mit zwei Kirchen beschäftigt: St. Hildegard & Philippuskirche.

Ich habe mit der Neuen Sachlichkeit der 20er bis 40er Jahre oft eigentlich kein Problem, da gibt es durchaus schöne Gebäude – genauso oft aber in den Folgejahren (50er und 60er – sofern das noch dazugehört…) aber die üblichen extremen Bausünden, nachdem auch Art Deco nicht mehr „in“ war.

https://www.flickr.com/photos/seelenpfluecker/26698464883/in/dateposted/

Stairway to Heaven?

Wachturm

Neue Sachlichkeit

Und zum Abschluß gibt es noch ein Gedicht von mir, daß dazu paßt 🙂

Ein Mensch, der starb heut am Tag
Und ein Mensch, der starb in der Nacht
Über beide Menschen, so sagte man mir
Habe der Herr im Himmel gewacht

Wenn aber doch die Wacht war da
So hat der Herr wohl nur zugesehen
Ein kleines Kind mit brennendem Glas
Voll Neugier, was würd wohl geschehen.

Ein Auge, das blicket am Tag
Und eines, das schaut durch die Nacht
Und beide sich fragen im Schein:
Hat dies denn einen Sinn gehabt?

Es reicht der purpurne Mantel
Der Wahrheit die knöcherne Hand
Und salbt das grinsende Märchen
So albern und schrecklich wortgewandt.

Es ringen Vernunft und Tücke
Wahrheit, Macht und Gier
Um Tag und Nacht und Erleuchtung
Während wir den Verstand verliern.

http://seelenpfluecker.blogspot.de

Minolta AF 80-200mm f/2.8 APO G HS („Weißer Riese“) – Erfahrungsbericht

Dieser Erfahrungsbericht kommt spät – ist aber deshalb hoffentlich einigermaßen fundiert. Das Minolta AF 80-200mm war (seit ich damals meine A99 gekauft hatte) schon länger ein kleiner Traum und vor nicht ganz 2 Jahren habe ich es mir dann zu einem Gebrauchtpreis von EUR 750,- gegönnt – leisten konnte ich es mir nicht direkt… aber was soll’s…
Neue Objektive vergleichbarer Qualität kosten gut und gerne zwischen 2.500 und 3.000 Euro.

70200G

Das Objektiv wurde ab 1993 gebaut und war eines der ersten echten AF-Profi-Zooms von Minolta, wenn ich mich nicht irre. Der Vor-Vorgänger war das AF 70-210mm f/4 (das so- „Ofenrohr“), der direkte Nachfolger war das 70-200mm f/2.8, das im Grunde bis heute von Sony so gebaut wird (heute ist es das SSM II).
Das 70-210mm war ein gutes Objektiv, allerdings hatte es kein besonders schönes Bokeh und hatte ziemlich mit chromatischen Aberrationen zu kämpfen – in kontrollierten Situationen aber war es herausragend.
Das weiße 80-200mm hatte einen direkten Vorgänger von 1987 in schwarzer Farbe mit langsameren Fokus. Das „HS“ beim weißen Riesen steht für „High Speed“, und der Fokus ist in der Tat extrem schnell und hämmert durch den Stangenantrieb rein wie Anker bei Vollgas.
An der Seite des Objektivs hilft ein „Focus Hold Button“ beim fokussieren und komponieren.

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Um die wenigen Nachteile gleich vorweg zu nehmen:
– es ist laut
– das Front-Element dreht sich beim fokussieren
– minimale Fokusdistanz: 1,8 Meter
– nicht spritzwassergeschützt
– schwer
– die Streulichtblende

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Es können Filter mit 72mm angebracht werden – der Polfilter ist durch das sich drehende vordere Glaselement leider irgendwie nutzlos…
Das Objektiv ist gebaut wie ein Panzer und auch genauso schwer; ich glaube, es wiegt irgendwas um die 1,3 kg.

Die Bildqualität ist, was die Schärfe anbelangt, absolut überragend – vor allem bei der sehr wichtigen Offenblende von f/2.8.
In puncto Farbwiedergabe und Kontrast ist es allerdings heutigen Top-Linsen deutlich unterlegen – mit einer RAW-Aufnahme bekommt man aber sehr viel aus den geschossenen Photos raus.

Betonkalypse

Walking in the Woods

Ich betreibe das Objektiv (da die A99 nicht mehr da ist) inzwischen mittels LA-EA4-Adapter hauptsächlich an der Sony A7 II, da mir dort der (stromfressende) Bildstabilisator zu Nutzen kommt, denn das Objektiv selbst ist natürlich aufgrund seines Alters intern nicht stabilisiert.

An der A99 war es irgendwann kaum noch auszuhalten, diese Kombi lange zu tragen – und auch an der A7 II merke ich es irgendwann deutlich. Das massive Gewicht ist sicher auch ein gewisser Nachteil, aber ich empfinde es als gerade noch akzeptabel in Anbetracht der Qualität dieser Linse.

Das Objektiv hat freilich eine eigene Stativschelle und auch einen frei beweglichen Ring, um das Objektiv samt Kamera zu drehen. Der Ring/die Schelle läßt sich allerdings nicht abnehmen. Einen Wetterschutz gibt es auch nicht – dessen Fehlen sich bei mir aber auch noch nie negativ bemerkbar gemacht hat. Bis jetzt.
Beim zoomen dreht sich der ggf angebrachte Filter übrigens nicht – das Objektiv ist nicht wirklich innenfokussiert, es fährt leicht aus. Beim zoomen ändert sich die Größe aber nicht.

Die Streulichtblende ist leider – obwohl aus Metall und innen schön matt schwarz beschichtet – eine Katastrophe. Nicht genug damit, daß es keine Markierungen zum Anbringen des fummeligen Dings gibt, nein, das fummelige Dings löst sich auch gerne mal einfach ab. Es kann seine Zeit dauern, bis man das Teil auf das Objektiv bekommt – steckt man die Kamera samt Linse dann in eine Tasche, kann es schonmal passieren, daß sie ohne Blende wieder rauskommt. Sie rastet also nicht ein.

Twin Walk

Frida & Timo

Das Bokeh des Objektivs empfinde ich persönlich als wunderschön und butterweich.

Mooslandschaft

Bei der einen Hochzeit, die ich bislang photographiert habe und bei den Aufnahmen in der Stadtbibliothek ist mir der laute Fokus sehr unangenehm aufgefallen. An besonders ruhigen Orten kommt man um das manuelle fokussieren nicht herum. Der Zoomring (liegt hinten) ist angenehm groß und betätigt sich auch angenehm schwer; der Fokusring sitzt vorne und ist ebenfalls schwergängig, aber leicht genug, allerdings vielleicht für Filmer nicht geeignet, da die Drehung doch recht knapp ist. Das kann ich aber nicht wirklich beurteilen, weil ich nie filme…

The Reader

Graffiti-Mädchen I

Alles in allem – auch wenn mich vor allem die geringe Fokusdistanz und der Geräuschpegel stören – bin ich in diesen weißen Klotz richtig verliebt. Ich habe zwar schon das eine oder andere Mal darüber nachgedacht, das Objektiv zu verkaufen und das Geld in ein FE 70-200mm f/4 zu investieren, kann mich aber von diesem „kleinen“ Prachtstück nicht trennen. Solange die neuen und modernen Objektive so abartig teuer sind (vor allem auch das neue G Master – das ja auch über 3.000 Euro kosten soll) und Sigma/Tamron & Co sich nicht trauen, endlich FE-Objektive zu bauen, bleibt dieses Baby in meiner Tasche und liefert schön scharfe Aufnahmen.
Auch das 70-210mm werde ich – vor allem als Backup – behalten. Es ist in keiner Hinsicht auch nur annähernd so gut wie das 80-200mm, besitzt aber auch seine Qualitäten.

Maison Kammerzell & Staßburger Münster

Wer also auf der Suche nach einer „preisgünstigen“ Alternative zu den neuen teuren Modellen ist, dem kann ich dieses Teil nur wärmstens empfehlen, solange man nicht auf absolute Stille angewiesen ist. Bei eBay sollte man allerdings erst gar nicht anfangen zu suchen – dort bieten nur fadenscheinige Händler und Preistreiber ihre Ware an; dieses Objektiv kauft man sich am besten über Kontakte in Online-Foren. Die Preise dürften, je nach Zustand, zwischen 600 und 1.000 variieren, wobei 1.000 Euro in meinen Augen schon zuviel sind.

Zum Abschluß noch einige Aufnahmen meiner beiden Telezooms.

——–

Minolta AF 80-200mm f/2.8 APO G HS:

Banana Waves

Schwarzwald

Planken

Mann & Ente

Rapsodie in Gelb

Burg Windeck im Nebel

Burg Hohenzollern

Fasan

——–

Minolta AF 70-210mm f/4:

Brückenrad

Martin

Spooky Wanderer

Eichhörnchen

abstellen und anschließen

Roofwalker

Wildschwein

Lotus Elan S2

Kläranlage

Spiel-Platz

Heiliggeistkirche Heidelberg

Welch schöner, verregneter Morgen

Ich gehöre ja ohnehin zu denen, die es schon finden, wenn es draußen verregnet, düster und „gruselig“ ist – das ist mein Wetter. Leider haben wir das angeblich typisch deutsche Wetter schon seit einigen Jahren nicht mehr in unseren Breiten erleben dürfen – also daß es mal über einige Sommerwochen regnet (ich rede jetzt nicht von Unwettern). Der Klimawandel macht sich an vielen Stellen ziemlich deutlich bemerkbar: keine Winter mehr, dafür aufgeplatzte Straße aufgrund extremer Hitze im Sommer.

Aber ich schweife ab…

Heute morgen führte mich mein Weg Richtung Wilhelmsfeld – und allüberall war es richtig septemberlich. Nebelfetzen hingen in den Baumwipfeln, es hat geregnet, die Straßen glänzen; der Himmel war dunkelgrau und richtig dramatisch; dazu paßte als herrlicher Kontrast das Grün der Wiesen und Wälder.

Und doch habe ich mich für Schwarz-Weiß entschieden 😀

Ursenbach

Sony A7s + Sony/Zeiss FE 16-35mm

Hier zum Vergleich in Farbe mit Film-Preset Kodak Gold 100+++ (VSCO):
https://youpic.com/image/7970574/

Odenwaldtour nach Beerfelden

Ach, was ist mein Odenwald so schön!!

Auf diversen Landkarten habe ich schon öfter den lustigen Namen „Falken-Gesäß“ gelesen – oder wie ich es immer kichernd nenne: Adler-Arsch 😀
Gestern wollte ich diesen seltsamen Ort endlich einmal sehen – ist schließlich nicht weit weg von mir. Von Weinheim nach Falken-Gesäß (ich muß schon wieder lachen…) sind es gerade mal 45 Fahrt. Es geht durch Wald-Michelbach und dann links Richtung durch Aschbach und bei Affolterbach Richtung Beerfelden.

Ich bin also also Falken-Gesäß (hihi) gefahren und war begeistert. Die Strecke ab Aschbach kannte ich noch von letzten Ausflug am vergangenen Wochenende und gerade die Landschaft zwischen Affolterbach und Olfen hat mich schwer beeindruckt. Dort oben hört es allmählich auf mit den zerrissenen Käffern. Gut, Wahlen sieht beschissen aus, aber der Rest war echt hübsch. Vor allen „Adler-Arsch“ war eine kleine Idylle. Auch das entzückende, winzige Leonhardshof mit der „Schlawitzerstube“ (ich war nicht drin) war wunderschön. Ich bin dann nicht nach Beerfelden, sondern abgebogen Richtung Rothenberg und über eine der schönsten Waldstrecken, die ich jemals gefahren bin. Leider ist der gemeine Odenwälder ein gar grausliger Autofahrer… in den Serpentinen wird gerast und auf den Geraden gepennt. Und all die Motoradfahrer sind sowieso jenseits von Gut und Böse – ich lache jedesmal, wenn es wieder einen erwischt hat, ich habe da null Mitleid. Vollidoten. Allerdings muß ich sagen, daß ich auch zwei oder drei gemäßigte vor und hinter mir hatte, die an der Landschaft und dem Ritt interessiert waren und nicht, sich und andere umzubringen.

Zwischen Falken-Gesäß und Rothenberg habe ich an einem kleinen Waldstück angehalten und bin spazieren gegangen – ich habe endlich mal wieder mein 100er Makro ausgepackt – leider war es für echte Makros zu windig.

Insgesamt habe ich 5 oder 6 Stunden im Odenwald verbracht und war hin und weg. Wirklich wunderschön da oben – all die Wiesen und die Kühe und Pferde… herrlich.

So, genug geschrieben. Hier die Bilder auf Flickr – ein paar andere gibt es auch auf Instagram (s. Seitenleiste).

Galgenspiel

Der Pusteblumenpfad

Waldweg

Es waren viele Pfade...

Blick auf Falken-Gesäß

Was ist besser: mit Mensch oder ohne Mensch?

Hallo zusammen,

als ein Anhänger des „Human Element“ steht meine Antwort eigentlich schon fest – wobei Ansel Adams einmal auf die Frage, weshalb in seinen Aufnahmen nie Menschen zu sehen seien, folgendes geantwortet hat: „In meinen Bilder sind immer zwei Menschen zu sehen: der Photograph und der Betrachter.“

Wie seht Ihr das? Welche der beiden Aufnahmen gefällt Euch besser?

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